Gärtnerin Petra Ensle beim Gießen. © Michaela Hartmann
Wasser sparen bedeutet auch: Die Münchner sollen maßvoll gießen. Doch wie viel Wasser brauchen Blumen und Gemüse genau? Wie kann man Wasser sparen und die Pflanzen trotzdem am Leben erhalten? Wir haben nachgefragt bei Petra Ensle. Sie betreibt eine Gärtnerei in Trudering und kennt die besten Gieß-Tipps.
Ensle sagt: „Bei hohen Temperaturen ist es prinzipiell am besten, frühmorgens und abends zu gießen.“ Denn: Am Nachmittag verdunstet das Wasser sofort, bevor die Pflanze es überhaupt aufnehmen kann. Ensle: „Wer eine Bewässerungsanlage hat, kann die Zeitschaltuhr nachts einstellen.“ Ein weiterer wichtiger Tipp: Unten nahe an den Wurzeln gießen, nicht oben an Blättern oder Stängeln. Denn: „Wassertropfen können wie ein Brennglas wirken und die Pflanzen können verbrennen.“
Der häufigste Fehler sei jedoch, dass die Pflanzen zu stark gegossen werden. Folge: Die Wurzel geht kaputt. „Dann sieht die Pflanze welk aus und die Leute meinen, sie müssen noch mehr gießen.“ Ensle rät: Einmal mit dem Finger tief in die Erde fassen. Wenn sie weiter unten noch feucht ist, hat die Pflanze genügend Wasser. „Lieber einmal am Tag richtig gießen als mehrmals am Tag.“
Rasen könne auch mehrere Tage ohne Wasser auskommen, er erhole sich schnell. Für die Wiese sei es am besten, bei Sprenger oder Bewässerungsanlage einen leichten, gleichmäßigen Strahl einzustellen. Auch Geranien und fest verwurzelte Rosen können zwei oder drei Tage ohne Wasser auskommen. Dann wieder kräftig gießen. Hortensien benötigen hingegen viel Wasser: „Sie sind bei dieser Hitze sogar teilweise im Schatten verbrannt.“
Und: Vor allem frisch gepflanzte Blumen und Sträucher benötigen viel Flüssigkeit. Dazu zählen auch Salat, Gurken, Paprika oder Tomaten. Pflanzen, die schon länger verwurzelt sind, benötigen weniger Gießwasser.
Ensle ist auch für die beiden Friedhöfe neben ihrem Geschäft zuständig. Auch hier gilt: regelmäßig, aber nicht täglich gießen. „Schalen brauchen wesentlich mehr Wasser als im Boden eingepflanzte Blumen.“
Was wäre, wenn München harte Spar-Regeln verhängen würde und man zum Beispiel nur noch eine begrenzte Zeit am Tag gießen dürfte? „Das wäre für unseren Betrieb eine Katastrophe“, sagt Ensle. Sie findet: Dann bräuchte es Sonderregelungen. Vor allem an den Friedhöfen wäre es dann unmöglich, die Gräber richtig zu pflegen. „Unsere Kunden verlassen sich auf uns.“ Zudem verkauft der Traditionsbetrieb eigenes Gemüse und welches von Gärtnern aus der Nähe. Ensle fürchtet: „Wenn wir nicht mehr gießen dürften, könnten wir bald kein Gemüse mehr verkaufen.“MARIE-THERES WANDINGER