Wiesn-Wirt schmeißt hin

von Redaktion

Münchner Stubn: Alexander Egger verzichtet auf seinen Zeltplatz

Der Standplatz für die Münchner Stubn wird nun an einen anderen Bewerber vergeben. © A. Schmidt

Wirt Alexander Egger will sein Münchner Stubn-Festzelt heuer nicht betreiben. © Michaela Stache

Neue Woche, neue Wendung auf der Wiesn. Denn Wirte-Rebell Alexander Egger wird dort in diesem Jahr nicht vertreten sein. Wie unsere Zeitung aus Rathauskreisen erfuhr, wird er das Vertragsangebot für seinen Standplatz für die Hühner- und Entenbraterei – die Münchner Stubn – nicht annehmen. Egger ließ mehrmals anklingen, dass ein kleines Zelt wirtschaftlich nicht einfach zu betreiben sei. Der Wiesn-Wirt schmeißt also hin.

Der unterschriebene Vertrag hätte bis Freitag (3. Juli) um 23.59 Uhr bei der Stadtverwaltung abgegeben werden müssen. Das ist nicht erfolgt. Wie es aus Rathauskreisen heißt, hätten Eggers Anwälte der Verwaltung mitgeteilt, dass ihr Mandant auf den Standplatz verzichten wird. Die Stadt muss nun einen Ersatz finden. OB Dominik Krause (Grüne) erklärte am Sonntag: „Wir werden die freie Fläche zeitnah, vermutlich schon nächste Woche, an einen anderen Bewerber vergeben.“ Im Wirtschaftsreferat bereite man das schon vor.

Wirtesprecher Christian Schottenhamel sagt: „Herrn Eggers Rückzug überrascht mich nicht. Ich finde seinen Schritt eigentlich nur konsequent. Denn man kann nicht einerseits darüber jammern, dass ein kleines Wiesnzelt wenig rentabel sei – und andererseits das Zelt trotzdem aufbauen.“ Er sei jetzt gespannt auf denjenigen, der für Alexander Egger nachrückt. Nach Informationen unserer Zeitung handelt es sich dabei um Klaus Bartl, der unter anderem den Campingplatz in Thalkirchen betreibt (siehe Text unten).

Egger führt mit seiner Frau Kathrin Wickenhäuser-Egger das Wirtshaus Münchner Stubn am Hauptbahnhof sowie seit 2022 das gleichnamige kleine Wiesnzelt (440 Plätze). Dafür hatte Egger auch heuer den Zuschlag erhalten. Parallel dazu hatte er sich um das größere Volkssängerzelt Schützenlisl (Oide Wiesn) beworben. Den Zuschlag bekam – mit 16 Punkten Vorsprung – das Trio Michael Bietsch, Florian Fendt und Manfred Kneifel. Egger reichte dagegen Klage ein, verlor aber zuletzt. Auch bei seiner Bewerbung um die großen Zeltplätze von Schottenhamel und Paulaner hatte er keinen Erfolg.

Nach Eggers Sicht haben Neulinge kaum Chancen auf ein großes Zelt. Er greift daher das Vergabesystem der Stadt an und bringt eine europaweite Zeltplatz-Ausschreibung ins Gespräch. Die Verhandlung dazu ist für den 11. September beim Bayerischen Obersten Landesgericht terminiert.

Nach Informationen unserer Zeitung erhielten Eggers Gäste und Personal nun Absagen für Reservierungen oder ihren Arbeitseinsatz. Viele sind frustriert. Egger ließ eine Anfrage bis Redaktionsschluss unbeantwortet.SKA, RMI

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