Teile der Großmarkthalle stehen unter Denkmalschutz. Sie könnten weiterhin für den Handel genutzt werden.
Lange gab es Diskussionen über die Zukunft der Großmarkthalle in München. Jetzt könnte eine Entscheidung bevorstehen. Der Großmarkt bekommt einen neuen Standort – vermutlich im Landkreis des Münchner Nordostens.
Gestern gab es ein Gespräch im Rathaus zwischen Politik und Händlerschaft über den zukünftigen Standort. Aus internen Kreisen heißt es, dass ein neues Areal entstehen soll. In welcher Gemeinde, steht bisher nicht fest. Es sei noch nichts endgültig beschlossen. Sicher sei aber: Die Hallen sollen nicht im Stadtgebiet gebaut werden, sondern im Landkreis. Eine Lage im Münchner Nordosten sei aufgrund des Ostkreuzes an der A99 und A94 äußerst attraktiv. Laut Händlerschaft kommen eventuell auch Standorte im südlichen Umland infrage. Auch hier gebe es Gespräche.
Marco Stohr, stellvertretender Sprecher der Standlleute am Viktualienmarkt, ist sich sicher, dass es mit einer neuen Großmarkthalle besser wird. „Wir haben dann viel mehr Planungssicherheit“, sagt er. Denn an einem neuen Standort sei viel mehr Platz für die Ware. „Ich habe schon lange gesagt, dass wir aus der Stadt rausmüssen.“ In Sendling seien die Lagerhallen teils stark verstreut, der Bau müsse renoviert werden. Er ist sich sicher: „Wenn der Großmarkt dort bleibt, gibt es am Viktualienmarkt bald nicht mehr ein so großes Angebot an Obst und Gemüse.“
Zudem sieht er für den zukünftigen Standort eine große Chance: „Der Münchner Großmarkt ist ein Anker für die nächsten 100 Jahre.“ Denn er versorge ganz Südbayern mit Lebensmitteln. Stohr sieht ihn als Kulturgut für Bayern. Bereits im Februar fand eine Podiumsdiskussion über die Zukunft der Großmarkthalle statt. Dort äußerten die Händler, ihnen wäre ein neuer Standort in der Nähe einer Autobahn vor den Toren Münchens am liebsten.
Und was wird aus dem Gelände in Sendling? Stadträtin Anja Berger (Grüne) sagte bei der Debatte im Februar, sie wünsche sich ein gemischtes Quartier aus Wohnungen und Handel. Die denkmalgeschützten Gebäude könnten weiterhin für den Handel genutzt werden.M. WANDINGER, S. KAROWSKI