Star-Architekt Francis Kéré vor der Kinderoase. Rechts ein Raum des Kindergartens, rechts oben ein Blick ins Treppenhaus. © Martin Hangen (3)
Ein Gebäude mit Rutschen auf dem Uni-Gelände? Ja, genau – und nicht nur das: Die neue Kinderoase an der Technischen Universität (TUM) fällt auch durch ihr außergewöhnliches Design auf. Kein Wunder, denn sie ist das erste permanente Gebäude des Star-Architekten Francis Kéré in Europa. Seit April 2024 wurde daran gebaut. Gestern war nun Schlüsselübergabe mit viel Prominenz und bei bester Laune.
Kéré ist in Burkina Faso (Afrika) aufgewachsen. 2022 gewann er den Pritzker-Preis – eine weltweit renommierte Auszeichnung für Architekten. Bereits sein erstes Projekt, eine Grundschule in Burkina Faso, wurde mit dem hoch dotierten Aga Khan Award gewürdigt.
Jetzt also die Kinderoase der TUM – für Kéré ein besonderes Projekt. „Es ist für mich wie ein Traum, der verwirklicht wird. Ich bin dankbar, dass ich dabei war.“ Wichtig an diesem Gebäude sei: Es ist fast komplett aus Holz errichtet. Typisch für Kéré, denn seine Projekte zeichnen sich unter anderem durch regionale Baustoffe aus. Im neuen Haus gibt’s Plätze für 60 Kinder (von TUM-Mitarbeitern und Studenten). Kéré über seine Arbeit für Kinder: „Das ist eine wunderbare Verantwortung. Wir haben die Kinderoase konsequent aus der Perspektive der Kinder entworfen, die sie täglich nutzen werden. Entstanden ist ein vertikaler Spielplatz, in dem sie laufen, klettern und von einem Geschoss ins nächste rutschen können. Ich hoffe, dass dieses Gebäude ihre Neugier weckt und sie dazu anregt, gemeinsam zu spielen, eigene Spiele zu erfinden und miteinander aktiv zu sein.“
TUM-Präsident Thomas F. Hofmann sagte bei der Eröffnung: „Das Projekt war nur durch Großherzigkeit, kreative Ideen und Handwerkskunst möglich.“ Insbesondere würdigte er Stifterin Ingeborg Pohl, die den Weg für das Projekt als Bauherrin überhaupt erst frei gemacht habe.LEONIE HANSEN