Nichts geht mehr: Menzel‘s Zugspitzbahn hatte ab 2022 Probleme und stand still. © J. Hartmann, A. Schmidt
Die Wiesn läuft längst nicht – der Wirbel geht trotzdem weiter. Denn wie unsere Zeitung erfuhr, steht die Zugspitzbahn heuer doch nicht auf dem Oktoberfest. Vollbremsung für das Kult-Karussell! Betreiber Marco Eckl (29) bestätigt: „Es gibt Lieferschwierigkeiten, deswegen werden wir nicht rechtzeitig fertig.“ Eckl musste also schweren Herzens absagen. Es sollte seine Premiere sein.
Nun musste umgeplant werden auf der Theresienwiese. Für die Zugspitzbahn gab es nach Informationen unserer Zeitung mehrere mögliche Nachrücker auf der Punkteliste der Stadt. Wie wurde in dem Fall also entschieden? Eine Sprecherin des Wirtschaftsreferats erklärt: „Auch die Nachplatzierung von Fahrgeschäften erfolgt nach sachlichen Gesichtspunkten, hierbei sind insbesondere die Gestaltung des Festplatzes sowie die technischen Anforderungen des Geschäftes, wie die Größe des Geschäftes, Anschlusswerte (Strom, Anlaufstrom, Wasser, Abwasser) und Ausflug sowie sonstige im Prüfbuch beauftragte Maßnahmen, zu berücksichtigen.“
Die Lücke, die durch die Zugspitzbahn-Absage entstand, sei durch eine „Umplatzierung des Geschäftes Skyfall geschlossen“ worden. „Dieser Platz wiederum wurde durch das Geschäft Chaos Pendel nachbesetzt.“ Das hätten Stadträte im jüngsten interfraktionellen Arbeitskreis so besprochen.
Beim Chaos Pendel drehen sich Gondeln an einem rotierenden Arm – und der Arm bewegt sich ebenfalls. Betreiber Willi Ottens junior sagt: „Mein Chaos Pendel steht in diesem Jahr zum ersten Mal auf der Wiesn.“ Und beim Skyfall handelt es sich um den mit 80 Metern höchsten mobilen Freifallturm der Welt. Wie berichtet, kaufte Marco Eckl das Kult-Fahrgeschäft vom Vorbesitzer Michael Menzel ab. Die bekannte weiß-blaue Zugspitzbahn stand 2022 auf der Wiesn plötzlich still, ab 2023 fehlte sie und im Oktober 2025 startete Eckl mit der Restaurierung. Manche Bauteile machte er wieder fit, andere warf er weg und bestellte Ersatz. Der gelernte Hotelfachmann aus München investierte viel Geld. Jetzt bekommt er nicht alles rechtzeitig geliefert, sein Plan geht nicht auf. Er hofft nun, dass er 2027 Premiere feiern darf.
Erst kürzlich musste der Stadtrat einen Ersatz finden – weil Wirte-Rebell Alexander Egger in diesem Jahr sein kleines Wiesnzelt Münchner Stubn nicht betreiben will. Stattdessen darf nun Klaus Bartl, der Chef des Campingplatzes in Thalkirchen, sein Festzelt namens Flößerstadl aufbauen. Wiesn-Start ist am 19. September.REGINA MITTERMEIER, THOMAS GAUTIER