So teuer werden die Kitas

von Redaktion

Entscheidung im Stadtrat über die neuen Gebühren

Der Münchner Bildungsreferent Florian Kraus. © M. Nagy

Die Stadt muss sparen: Kinderbetreuung in München soll künftig mehr kosten. © Stefan Puchner

München muss sparen – und viele Familien müssen dafür tiefer in die Tasche greifen: Der kostenlose Kindergarten für alle soll entfallen, die gesamte städtische Kinderbetreuung wird teurer. Am kommenden Dienstag entscheidet der Stadtrat über die künftigen Gebühren. Das Referat für Bildung und Sport (RBS) hat verschiedene Modelle für Krippe, Kindergarten und Hort ausgearbeitet. Ziel sei, „keine Familie übermäßig zu belasten“, wie es in der Beschlussvorlage heißt. Eine „moderate Anpassung“ müsse sowohl „die finanziellen Bedürfnisse der Einrichtungen als auch die Belastungen für Familien berücksichtigten“.

Die gute Nachricht für Familien mit geringerem Einkommen: Bei Jahreseinkünften bis einschließlich 50.000 Euro soll die städtische Kinderbetreuung kostenlos bleiben. Auch eine Ermäßigung für Geschwister bleibt. Für rund die Hälfte der Kita-Kinder wäre die Betreuung deshalb weiter kostenlos. Für alle anderen würden ab Herbst 2027 – gestaffelt nach Einkommen und Buchungszeiten – höhere Gebühren anfallen. Abstufungen gibt es bei 60.000, 70.000 und 80.000 Euro. Folgen die Stadträte dem Entwurf von Bildungsreferent Florian Kraus, könnte der Haushalt durch die Erhöhung um 34,31 Millionen Euro entlastet werden. Kraus schlägt außerdem vor, dass die Gebühren für die Kita-Jahre 2028/2029 sowie 2029/2030 im Schnitt um weitere vier Prozent erhöht werden. Auch die Verpflegungskosten für die Familien steigen, wodurch weitere 11,6 Millionen Euro gespart werden sollen. Das ist geplant:

Für die Krippe sollen Eltern mit einem Einkommen bis 60.000 Euro bei einer täglichen Betreuungszeit bis acht Stunden künftig monatlich 136 Euro bezahlen. Aktuell sind es noch 100 Euro. Bei der höchsten Einkommensstufe über 80.000 Euro würden in Zukunft 290 Euro anfallen, statt bislang 213 Euro.

Für den Kindergarten müsste man für die achtstündige Betreuung bei einem Einkommen bis 60.000 Euro in Zukunft monatlich 65 Euro zahlen. Bei Familien, die über 80.000 Euro verdienen, sind es 138 Euro pro Monat. Derzeit ist in München der Kindergarten noch für alle kostenlos.

Hort- oder Tagesheimplätze sollen für vier Stunden bei einem Einkommen bis 60.000 Euro im Monat 63 Euro kosten. Wer Einnahmen über 80.000 Euro hat, müsste für eine vierstündige Betreuung von Schulkindern 121 Euro aufbringen.

Das Verpflegungsgeld soll um zwei auf acht Euro pro Tag erhöht werden. Das RBS legt ein Berechnungsmodell zugrunde, bei dem bereits pauschale Fehltage berücksichtigt werden. Eltern müssten künftig monatlich 140 Euro für Essen und Trinken bezahlen.

Der Geschwister-Rabatt wird angepasst. Wenn für den Kindergarten wieder Gebühren anfallen, gibt es auch dort eine Zweitkinder-Ermäßigung: Die Einstufung des zweiten Kindes soll in der nächstniedrigeren Einkommensstufe erfolgen. Bei privaten Trägern wird die Zweitkindermäßigung etwas reduziert. Das dritte und alle weiteren Kinder können die Kitas in allen Systemen weiterhin gebührenfrei besuchen. Allerdings sollen für die Geschwisterermäßigung künftig nur noch Kinder, die Anspruch auf Kindergeld haben und unter 18 Jahre alt sind, berücksichtigt werden.

Bei privaten Kitas mit Förderung über die Münchner Kitaförderung müssen Eltern ebenfalls mit höheren Gebühren rechnen. Außerdem wird vorgeschlagen, den prozentualen Eigenanteil der Eltern für Kita-Plätze zu erhöhen.CLAUDIA SCHURI

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