Schwabing: Fassadenteil stürzt auf Gehweg

von Redaktion

Das Mauerwerk krachte auf ein Damenfahrrad und die Markise des Restaurants im Erdgeschoss. © Feuerwehr MUC

Es muss ziemlich gekracht haben, als das Stück Hausfassade abgestürzt ist. Am Samstagnachmittag lösten sich unter dem Dach des Eckhauses an der Viktor-Scheffel-Straße 22 Teile der Fassade und fielen auf den Gehsteig der Belgradstraße. Zum Glück, ohne einen Fußgänger zu treffen. Lediglich die Markise und andere Teile des äthiopischen Restaurants in dem Haus sowie ein davor geparktes Fahrrad wurden getroffen – und dementsprechend stark beschädigt.

Die Feuerwehr räumte das Haus sofort, kontrollierte alle Wohnungen und nahm die Schadstelle in Augenschein. Zur Sicherheit wurden Fachkräfte der Lokalbaukommission (LBK) gerufen, dazu ein Statiker. Die Experten und Feuerwehrleute erkundeten per Drehleiter und mit Drohnen, ob noch weitere Abstürze drohten. Das war nicht der Fall.

Sogar eine Endoskopkamera kam zum Einsatz, um schwer zugängliche Bereiche des Gebäudes zu kontrollieren. Nach der Begutachtung wurden noch lose Fassadenteile durch die Feuerwehr entfernt. Für all dies wurde die Belgradstraße vorsorglich gesperrt: Zwischen Viktor-Scheffel-Straße und Herzogstraße ging von halb fünf bis halb acht Uhr abends nichts mehr. Weder Autos noch Bus und Tram kamen vorbei.

Insgesamt waren fünf Meter Putz von unterhalb der Dachrinne abgestürzt. „Es war ein Glücksfall, dass sowohl unser Restaurant als auch das Pilates-Studio daneben zu dem Zeitpunkt geschlossen waren“, sagt Diniam Behailu, Inhaber des „Blue Nile“ im Erdgeschoss. „Dass nicht mal Passanten am Ort waren, ist wohl dem Wetter zu verdanken. Nur wenige Menschen waren draußen, viele wohl am See.“ Der Gastwirt, seit mehr als 20 Jahren im Haus, ist der Hauptbetroffene des Unfalls. Er muss seit Samstag auf Umsätze verzichten, denn das Restaurant und der Bereich davor wurden durch die Feuerwehr abgesperrt. „Wir hatten am Samstag viele Reservierungen. Das trifft uns jetzt schon sehr. In der Gastronomie ist alles so schwierig zurzeit, da brauchen wir jeden Cent.“

Behailu hofft, dass die Feuerwehr den Gehsteig und sein Restaurant heute wieder freigibt. So war es zumindest angekündigt. Gestern war jedoch noch nicht einmal klar, wer den Schutt aufräumt, geschweige denn die zerstörte Markise bezahlt. „Morgen kommt der Hausverwalter, dann reden wir“, sagt Behailu.

Sogar ein zweites Mal mussten die Feuerwehr und die Lokalbaukommission am Samstag anrücken. Bewohner hatten im Nachhinein Risse in der Hauswand bemerkt, die sie meldeten. Nach einer neuerlichen Untersuchung gegen 20 Uhr wurde aber nichts mehr unternommen. Die Hausverwaltung des Gebäudes gab gestern keine weiteren Infos zu dem Schaden.I. WINKLBAUER

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