Ayzit Bostan, Designerin der Glitzerkugel. © Fabian Frinzel
Die Halle E des Gasteig HP8 in Sendling. © H. G. Esch
Tanz unter einer tonnenschweren Discokugel: Die Installation Play im Gasteig HP8 wird demnächst abmontiert. © Robert Haas
Sie hat kulturellen Glamour ins HP8 gebracht, doch jetzt heißt es Abschied nehmen: Die große Discokugel in der Halle E des Ausweich-Gasteigs in Sendling wird am 5. und 6. August abmontiert. Die Installation „Play“ (so der eigentliche Name der Kugel) der Münchner Künstlerin Ayzit Bostan hing nur während des 40. Jubiläumsjahrs des Kulturzentrums. Dieses ist bald vorbei – und damit auch der Einsatz der Spiegelkugel.
Die technische Planung des Abbaus ist derzeit in Vorbereitung. „Das Kunstobjekt hat einen Durchmesser von fünf Metern, eine Oberfläche von 80 Quadratmetern und wiegt zweieinhalb Tonnen“, sagt Gasteig-Geschäftsführerin Stephanie Jenke. „Sie passt so, wie sie hängt, durch keine der Türen. Das Ganze wieder abzubauen, wird nicht einfach. Deswegen haben wir für den Abbau zwei Tage und ein ganzes Team vorgesehen.“
Was danach mit dem in Einzelteile zerlegten Riesenball geschieht, ist noch unklar. Künstlerin Bostan sagt: „Ich fände es schön, wenn die Kugel in einem neuen Kontext wieder strahlen dürfte.“ Das Werk habe rund 40.000 Euro gekostet, ihre Aufhängung sei von Anfang an auf einen einjährigen Rahmen begrenzt gewesen. „Ich vermisse sie jetzt schon. Sie war groß und großartig.“
Genau genommen ist „Play“ weniger ein körperliches Objekt als vielmehr eine Festidee, die sich jetzt auflöst – und mit ihr ihre Erscheinungsform. Eigentümer der Discokugel ist die Gasteig München GmbH, die via Gasteig Kulturstiftung als deren Treuhänderin ihre Konzipierung bei Bostan beauftragt hat. Ihre Einzelteile bleiben zwar beim Gasteig. Doch „eine dauerhafte Einlagerung ist nicht geplant“, erklärt Jenke. „Das ist aus Platzgründen gar nicht möglich.“
Auch die Gasteig-Besucher werden die Discokugel vermissen, insbesondere zu Veranstaltungen wie der Silent Disco, wo sie den Tänzern mit Kopfhörern Partystimmung ins abgekapselte Ich eingeglitzert hat. Doch auch andere Veranstaltungen fanden unter ihr statt, wie etwa die Pingpong-Nacht mit DJs, das Drag-Wrestling zur Pride Week oder das Sport-Event Beats ’n Basketball. Dass sie einfach hängen bleibt – schwierig. „So ein überdimensioniertes Kunstobjekt bringt auch Einschränkungen für die Technik mit sich“, sagt Jenke. „Zum Beispiel war die Beleuchtung der Halle E durch die Discokugel nicht an allen Stellen optimal umsetzbar.“
Eine kleine Chance auf ein Wiedersehen gibt es aber doch. „Die Gasteig München GmbH arbeitet derzeit an einer spannenden Projektidee und steht mit Interessenten in Verhandlung, die das Kunstobjekt vielleicht in einem anderen künstlerischen Kontext zeigen“, sagt Jenke. Mehr wird aber noch nicht verraten.ISABEL WINKLBAUER