Bus-Chaos: Krause räumt den Radweg

von Redaktion

Schienenersatzverkehr in der Lindwurmstraße soll verbessert werden – ADFC sauer

Stau auf der Straße, und meist überfüllte Busse: Um die Situation zu verbessern, wird der Radlstreifen zur Busspur. © Marcus Schlaf

Wenn ein grüner Oberbürgermeister einen Radweg eindampft, muss die Not groß sein. Tatsächlich herrscht im Berufsverkehr Chaos auf der Ersatzbuslinie auf dem südlichen Ast der gesperrten U-Bahnlinien 3 und 6. Krauses Lösung: Der Radfahrstreifen in der Lindwurmstraße, der erst vor einem Jahr gebaut wurde, muss weichen. Stattdessen soll bis Sommer 2027 eine Busspur auf einem Abschnitt der Lindwurmstraße eingerichtet werden. Der Unmut ist groß.

„Wer den Radfahrstreifen jetzt wieder abschafft, schickt tausende Radfahrende zurück auf einen unsicheren, völlig unterdimensionierten und teilweise beschädigten Radweg. Ausgerechnet während der U-Bahn-Sperrung, in der viele Menschen auf das Fahrrad als Alternative umsteigen, wird ihre sichere Infrastruktur wieder eingeschränkt. Hier wird mal wieder die Leistungsfähigkeit des Kfz- und Busverkehrs über die Verkehrssicherheit des Radverkehrs gestellt und letztlich der ÖPNV gegen den Radverkehr ausgespielt“, wettert Andreas Schön, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) München.

Wie berichtet, verkehren seit Mitte Mai wegen der Bauarbeiten an den U-Bahnhöfen Goetheplatz und Poccistraße Ersatzbusse zwischen Sendlinger Tor und Implerstraße. Doch es hakt: Wegen der hohen Verkehrsbelastung kommt es zu langen Staus, Fahrpläne können nicht eingehalten werden, Pendler sind genervt.

Nach Informationen unserer Zeitung haben das Mobilitätsreferat und die MVG im Auftrag von OB Krause verschiedene Alternativen geprüft, um die Situation zu verbessern. Der Plan: Ab voraussichtlich Dienstag, 21. Juli, soll in der Lindwurmstraße eine temporäre Busspur für den Schienenersatzverkehr stadteinwärts zwischen der Reisingerstraße (östlich vom Goetheaplatz) und dem Sendlinger Tor eingerichtet werden. Der Radverkehr wird auf den alten Geh- und Radweg im Seitenbereich verlegt. Es könnte also wieder eng werden. Das Mobilitätsreferat will bei der Ampelschaltung an der Kreuzung Lindwurm-, Reisinger-, Ziemssenstraße nachbessern, um das Einfädeln zu erleichtern.

Die U-Bahn-Baumaßnahme ist bis Sommer 2027 angesetzt. Wie die MVG mitteilt, dauert die erste Bauphase bis 18. September. Man liege im Zeitplan. Während der Wiesn soll die U-Bahn vom 19. September bis zum 4. Oktober regulär fahren. In der zweiten Bauphase, vom 5. Oktober bis zum 27. November, soll ein Pendelzug eingleisig zwischen Implerstraße und Goetheplatz verkehren. Im Advent und Winter herrscht Normalbetrieb, bevor es am 12. April bis zum 1. August 2027 wieder zur Vollsperrung kommt. „Der ADFC geht davon aus, dass diese Maßnahme bis zum Ende der U-Bahn-Sanierung im August 2027 andauert“, befürchtet Schön.DAP, SKA

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