Berühmt-berüchtigt: Die Feiermeile rund um die Türkenstraße gehört zu Kullmanns Revier. © SIGI JANTZ
Neues Büro mitten in der Stadt: Volker Kullmann leitet die Polizei in der Maxvorstadt. Im Hintergrund ein Foto von Garmisch-Partenkirchen. © Marcus Schlaf
Im neuen Büro von Volker Kullmann hängen zwei große Bilder: Von seinem Schreibtisch aus blickt er auf eine große Collage mit Ansichten der Maxvorstadt. Hinter ihm hängt ein Bergfoto: Garmisch-Partenkirchen vom Wank aus gesehen. Eine schöne Kombi, die für die Karriere des Polizeidirektors steht. Seit dem 1. Mai leitet der 47-Jährige als Nachfolger von Stefan Funk eine der größten Wachen der Stadt: die Polizeiinspektion (PI) 12. Das Zuständigkeitsgebiet hat es in sich. Auch wenn das größte Problem der vergangenen Jahre bereits behoben ist.
Was vielleicht nicht jeder weiß: Die Wache der Maxvorstadt ist nicht nur für das Uni-Viertel, den Englischen Garten und den Königsplatz zuständig. Zu ihrem Gebiet gehört ganz am Rand auch der Alte Botanische Garten, der sich zu einem Brennpunkt für (Drogen-)Kriminalität entwickelte. Dass das Präsidium dort zusammen mit der Stadt und einem umfassenden Maßnahmenpaket aufgeräumt hat, kommt Kullmann natürlich recht. Für ihn zeigt der Erfolg aber einmal mehr: „Es geht nur zusammen.“
Eine Maxime, die auch für das Studentenviertel gilt. „Hier gibt es mehrere Gruppen mit eigenen Bedürfnissen“: Die Anwohner, die gerne zentral wohnen, aber nachts ruhig schlafen wollen. Junge Leute, die im Sommer in den Außenbereichen der Lokale feiern. Und Wirte und Ladenbesitzer, die natürlich ein Geschäft machen wollen. Aktuell dürfen die Kioske auch nach 22 Uhr Bier anbieten. Die Stadt hat das nächtliche Verkaufsverbot wieder gekippt. Was gut greift, ist laut Kullmann das Verkaufsverbot von Lachgas. „In diesem Punkt haben wir aktuell keine Meldungen.“
Der erfahrene Polizist freut sich auf die neue Aufgabe mit mehr als 130 Mitarbeitern, die ihn zurück mitten ins Stadtleben bringt. In der Maxvorstadt leben 50.000 Münchner. „Zu dieser Zahl kommen noch 80.000 Studierende.“ Pro Jahr fallen rund 14.500 Einsätze an. Ganz anders waren die Herausforderungen bei Kullmanns vorheriger Station: Im Landeskriminalamt stand er an der Spitze der Führungsgruppe „Einsatz und Verbrechensbekämpfung“. Zuvor hat er das Mobile Einsatzkommando geleitet, das mit speziell geschulten Zivilbeamten für Observationen zuständig ist. Davor war der gebürtige Aschaffenburger unter anderem zehn Jahre lang an verschiedenen Stationen für das Präsidium tätig.
Mit Garmisch-Partenkirchen wird er trotzdem immer auf besondere Weise verbunden sein. Zum einen, weil er für den G7-Gipfel, der 2015 am Fuß der Zugspitze stattfand, die Strategie für „Öffentlichkeitsarbeit und Social Media“ entwickelt hat. Zum anderen, weil er 2013 dort seine erste Dienststellenleitung übernehmen durfte. Zum Abschied gab es damals von den Kollegen ein Bild der Marktgemeinde, eingerahmt in einem Stadlfenster aus Holz. Ein echter Blickfang im neuen Büro mitten in der Stadt.NADJA HOFFMANN