Ein brandgefährlicher Platz

von Redaktion

Problemzone rund ums Sendlinger Tor – Die Angst der Anwohner

Die Gegend am Sendlinger-Tor-Platz wird zum Brennpunkt. Sicherheitsleute bewachen den rot markierten Hof.

Probleme mit Junkies und ein Feuer in der Einfahrt: das Haus am Sendlinger-Tor-Platz 6. © google, privat (2)

Die Wände der Einfahrt sind kohlrabenschwarz. Am Boden ein Haufen verbrannter Kartons. Seifiger Gestank von Ruß in der Luft. Am Sonntag gegen 1 Uhr hat es im Durchgang des Hauses Sendlinger-Tor-Platz 6 gebrannt. Die Polizei ermittelt, Brandstiftung steht im Raum. Für Bewohner und Nachbarn der Höhepunkt einer brandgefährlichen Entwicklung.

Anwohner Detelin G. wohnt seit fünf Jahren neben dem Haus mit der großen Stadtsparkassen-Filiale am Rondell. Er blickt täglich in den Innenhof: „Da sitzen Drogensüchtige. Sie spritzen sich, schreien nachts herum“, sagt G. Trotz seines Ärgers will er seinen Namen nicht in der Zeitung lesen – aus Angst. Nachts, aber auch tagsüber, seien ständig üble Gestalten im Hof, sagt er.

Als unser Reporter vor Ort ist, pinkelt ein Betrunkener in einen Busch. Ein zweiter kommt dazu. Sie trinken Bier auf den alten weißen Bänken und kiffen. Vor der Einfahrt klaut einer ein Fahrrad – und wird von einem Hausbewohner verscheucht. Für Detelin G. leider ein normaler Zustand. Seit rund drei Jahren sei der Hof ein Treffpunkt für Junkies, sagt er. „Die gehören wahrscheinlich zur Szene im Nußbaumpark.“ Die berüchtigte Grünfläche liegt auf der anderen Seite der Lindwurmstraße und macht seit Monaten Negativschlagzeilen (s. Kasten).

Das Feuer in der Nacht hat Detelin G. aufgeschreckt. „Da hätte das ganze Haus abbrennen können“, sagt er. Generell sei es nicht mehr sicher. „Hier ist es einfach gefährlich geworden! Ständig kommt die Polizei vorbei. Irgendwann wird es eskalieren. Die werden aggressiv gegenüber den Sprachschülern oder den MVG-Mitarbeitern.“ Ein Tramfahrer bestätigt das: „Wir haben hier unseren Personalraum im Haus. Es ist eine Zumutung. Wir fühlen uns unsicher. Gerade abends ist es gruselig.“ Ein anderer Hausbewohner sagt: „Es ist eine Katastrophe hier. Und das seit Jahren.“ Erkannt werden will keiner – aus Angst vor den Junkies.

Seit Neuestem gibt es sogar einen Sicherheitsdienst. Der soll dafür sorgen, dass Schüler einer großen Sprachschule im Haus in Ruhe ihre Mittagspause machen können. Auch am Montag ist ein Security-Mann präsent. Detelin G. und die MVG-Fahrer fordern, dass das schwere Tor zum Hof besser geschützt wird. „Das ist ständig offen, dabei gehört es endlich richtig abgesperrt“, sagt G. „Wer rein will, braucht dann einen Schlüssel oder einen Chip.“

Hof und Haus gehören der Stadtsparkasse München. Die will für mehr Sicherheit jetzt aufrüsten. Auf Anfrage sagt ein Sprecher: Neben dem Sicherheitsdienst „plant die Stadtsparkasse München unter anderem eine Umzäunung des Innenhofs sowie eine Versetzung des Zugangstores“. Eine Videosprechanlage zur besseren Kontrolle des Zugangs sei bereits installiert worden.T. GAUTIER

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