Zeitschaltuhr für Brunnen

von Redaktion

OB Dominik Krause: Sein Plan zum Wassersparen bei der Stadt

Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause. © dpa

Der Fischbrunnen ist aktuell trockengelegt. Auch er soll eine Zeitschaltuhr bekommen. © Markus Götzfried

Der Stachusbrunnen läuft. Er hat bereits eine Umwälzpumpe – und braucht deshalb nicht ständig frisches Trinkwasser. © Klaus Haag

Sprudeln und sparen zugleich: Geht das? In Zukunft schon. Denn: Die Stadt will bei vielen Brunnen Zeitschaltuhren einbauen. Das bestätigt Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne). Er sagt unserer Zeitung: „Wir haben 200 Zierbrunnen – 60 davon haben schon eine Umwälzpumpe, 60 haben eine Zeitschaltuhr. An weitere 30 können wir ran: Da wollen wir ebenfalls Zeitschaltuhren einbauen. Allein mit Zeitschaltuhren an 30 Brunnen können wir bis zu 250 Millionen Liter Wasser pro Jahr sparen.“

Denn: Die Brunnen, die mit Trinkwasser betrieben werden, sollen nach dem OB-Plan dann nur noch tagsüber laufen und sich in der Nacht von selber ausschalten. Der Stadtrat soll in der kommenden Woche über den Plan beraten.

Unter anderem geht‘s um den berühmten Fischbrunnen am Marienplatz: Auch er soll einen Zeitschalter bekommen. Eine Umwälzpumpe geht hier nicht. Denn, so Krause: „Das ist schwierig, weil hier viel im Untergrund verbaut ist. Deswegen ist dort kein Platz, die nötige Technik unterzubringen.“

Aktuell ist der Fischbrunnen trockengelegt und mit Holz abgedeckt – weil die Stadt Wasser sparen muss. Wie geht‘s da weiter? Können wir damit rechnen, dass der Fischbrunnen (und neun weitere) bald wieder sprudeln? Krause sagt: „Sobald sich die Lage entspannt, werden wir die Brunnen wieder anwerfen. Der erste Schritt wäre, die Allgemeinverfügung aufzuheben, die Brunnen sind dann nachgelagert.“

Die angesprochene Allgemeinverfügung, die derzeit läuft und vorerst bis 1. August gilt, schreibt den Münchnern Regeln zum Wasserverbrauch vor. Zum Beispiel ist es verboten, private Pools zu befüllen oder den Rasen zu sprengen.

Jetzt geht‘s drum, ob diese Verfügung über den 1. August hinaus gelten wird – eine Verlängerung ist möglich. Krause sagt dazu: „Im Grundsatz hält sich meine Freude darüber, den Münchnern Vorschriften beim Wasserverbrauch zu machen, sehr in Grenzen. Wenn es vertretbar ist, wird die Allgemeinverfügung also nicht weitergehen.“ Sicher ist das aber noch nicht. Denn, so der OB: „Auf der anderen Seite müssen wir darauf achten, dass wir unsere Hausaufgaben machen und nicht in eine sehr angespannte Lage kommen. Deswegen gibt‘s die aktuellen Maßnahmen – damit wir‘s abfangen, bevor es kritisch wird.“

Tatsächlich scheinen die Münchner schon ein Bewusstsein für den sorgsamen Umgang mit Wasser zu haben. Die Stadt hat bisher jedenfalls kein Bußgeld wegen eines Verstoßes gegen die Wasser-Regeln verhängt. Ist das so, weil die Münchner so brav sind – oder weil die Stadt nicht so engmaschig kontrolliert? Krause sagt dazu: „Weil wir – wie wir es auch angekündigt haben – zunächst mal eine Ansprache machen, wenn ein Verstoß gemeldet wird. Das bedeutet: Wir weisen darauf hin, warum wir Wasser sparen müssen. Es gab bisher keinen so groben Verstoß, dass wir über so eine Ansprache hätten hinausgehen müssen.“HEI, LIM

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