Der Sparplan wurde im Rathaus beschlossen. © M. Schlaf
Das Thema ist heiß und umstritten: Trotzdem stimmte der Stadtrat gestern in seiner Vollversammlung mehrheitlich dem Anpassungsprogramm der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) für die Fahrplanperiode 2027 zu. Wie berichtet, soll es vorwiegend im Busnetz Veränderungen und Einsparungen geben, vereinzelt auch bei der Tram. Hintergrund sind finanzielle Engpässe. Allerdings wurde an manchen Stellen wieder zurückgerudert. So bleibt der dichte Takt der beliebten Verbindung zum Kulturzentrum Gasteig HP8 in Sendling doch erhalten, was etwa die Grünen befürworteten. Auch die ursprünglich geplante Taktkürzung der Buslinie 139 an Wochenenden entfällt.
Der Entwurf sorgte dennoch für kritische Debatten. CSU-Fraktionsvize Veronika Mirlach sagte: „Wir lehnen das Anpassungsprogramm ab.“ Es sei „ein Rückschritt auf dem Rücken der Münchner“. Vor allem der Stadtrand würde abgehängt. Katharina Horn (Die Linke) wetterte: „Was die MVG vorlegt, ist ein Leistungsabbauprogramm.“ Während die Stadt weiter wachse, schrumpfe der öffentliche Nahverkehr. Dirk Höpner (Münchner Liste) betonte: „Wir können nicht zustimmen.“ Alexandra Lang (Volt) mahnte: „Wenn wir die Verkehrswende wollen, müssen wir sie finanzieren.“ Gudrun Lux (Grüne) fand positive Worte: „Mit dem Fahrplanwechsel bekommt Münchens Busnetz nun ein wichtiges Update.“ Trotz aller Proteste sei man gut auf Kurs. Felix Lang (SPD) mahnte eine verantwortungsvolle Gestaltung an, alle Bürger müssten weiter gut zur Arbeit, zur Schule und zum Arzt kommen. Seine Fraktion stimmte der Streichliste zu. Mobilitätsreferent Georg Dunkel hatte das Schlusswort: „Ich finde, wir haben in Summe ein gutes Programm entwickelt.“ Trotzdem müsse man den Blick in die Zukunft richten: „Wir müssen schauen, mehr Mittel für einen leistungsfähigeren ÖPNV zu bekommen.“
Insgesamt muss der Gürtel in der Landeshauptstadt künftig enger geschnallt werden: Grünes Licht hat der Stadtrat am Mittwoch auch für den Eckdatenbeschluss zum Haushaltsplan 2027 gegeben. Hier hagelte es ebenfalls von vielen Seiten Kritik. Wie berichtet, weist der Entwurf trotz massiver Einsparungen und Erhöhungen, etwa von Kita- und Parkgebühren sowie im Bereich der Hundesteuer, ein Loch von insgesamt rund 41 Mio. Euro auf.MARLENE KADACH