Urlaubsgefühle im 132er

von Redaktion

Münchnerin zeigt eine Buslinie voller Sehenswürdigkeiten

Zwei der Highlights an den vielen Haltestellen der LInie 132: das Isartor (links) und die Gaststätte an der Großmarkthalle (rechts). © Fs: Bodmer (2), Schlaf (2)

Marie Semmelmayr auf der Wittelsbacherbrücke – ihr Lieblingsstopp der Linie 132.

Marie Semmelmayr könnte schneller vorankommen. Mit der U-Bahn wäre die Schülerin (19) viel fixer in der Stadt. Sie nimmt trotzdem fast immer den Bus. Denn mit dem geht sie jedes Mal auf eine echte Städtereise. Mit ihrer Linie 132 (Forstenrieder Park bis Marienplatz) geht’s für Marie nicht von Halt zu Halt, sondern von Höhepunkt zu Höhepunkt! Auf der Strecke liegt eine Sehenswürdigkeit nach der anderen. Maries Bus-Trip durch München – wie ein Kurzurlaub.

Erster Halt ist die Großmarkthalle. Seit 1912 das zentrale Großhandelszentrum der Stadt für frische Lebensmittel und Blumen. Heute zählt sie zu den wichtigsten Handelsplätzen für frische Waren in der Region. Hier steigt Marie gerne aus, wenn sie „richtig gute Trüffel-Pasta“ essen möchte, denn neben der Halle sind mehrere Restaurants wie das „Un po di tutto“, in die „man überall rein stolpern kann und keines enttäuscht“.

Weiter geht es zur Haltestelle Baldeplatz direkt an der Wittelsbacherbrücke. Für Marie ist hier die schönste Station der Strecke. Besonders gerne verbringt sie hier Zeit, da „man an der Weideninsel sehr gut schwimmen kann“. Sie schätzt am Baldeplatz nicht nur einen entspannten Tag an der Isar, sondern auch, dass sie hier direkt gut essen gehen kann. Ihre Favoriten sind die Breadbox und das Fugazi mit seiner klassischen und äußerst schmackhaften Steinofenpizza.

Nur drei Minuten später erreicht der Bus die Fraunhoferstraße, die an der Reichenbachbrücke grenzt. „Ob man jetzt einen Kaffee im Trachtenvogl trinken oder sich abends in der Frau Bartels einen Drink gönnen möchte – man findet immer etwas Passendes“, erzählt sie. Das Besondere an der Gegend ist für Marie die Mischung aus Cafés, Bars, kleinen Läden und die direkte Nähe zur Isar. Außerdem ist hier der berühmte Reichenbachkiosk, der seit mehr als 100 Jahren Münchner Kult ist.

Fünf Minuten später fährt Marie schon durch das Isartor in die Altstadt hinein. Das Tor wurde 1337 erbaut und ist das einzige der drei Stadttore mit einem erhaltenen Hauptturm. In den Flankentürmen befindet sich das „Valentin-Karlstadt-Musäum“, das seit dem 10. Juli wieder geöffnet ist. Die Besonderheit am Isartor: Die Turmuhr läuft rückwärts. Wer hier aussteigt, erreicht mit einem kleinen Spaziergang durchs malerische Lehel die Eisbachwelle im Englischen Garten.

Endstation des Busses ist Münchens Mitte, der Marienplatz. Weltweit bekannt für das Glockenspiel im Rathausturm. „Von hier aus kommt man an alle wichtigen Orte“, sagt Marie. In nur einer Minute ist man am Viktualienmarkt, dem „Herzen von München“, wie Marie es nennt. Hier werden täglich an rund hundert Ständen traditionelle und frische Lebensmittel verkauft. Im Biergarten gibt’s abwechselnd Biere aller sechs Münchner Brauereien. Das perfekte Ende des Bus-Urlaubs.LAURA BINNER

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