Schmucker Altbau an der Tengstraße: Erika D. lag drei Wochen lang in ihrer Wohnung. © Achim Schmidt
Ein schmucker Altbau in Schwabing. Von außen deutet nichts auf die Tragödie hin, die sich in dem Mehrfamilienhaus an der Tengstraße zugetragen hat. Erika D. starb Mitte Juni einen einsamen Tod. Ihre Leiche wurde erst über drei Wochen später geborgen.
Hausbewohner berichten von üblem Geruch und Fliegenbefall, der sich breitgemacht hatte. Erika D. war 67 Jahre alt. Als sie noch fit war, habe sie ein Standl am Elisabethmarkt betrieben. Während der Hitzewelle im Juni sei am 28. Juni plötzlich die Feuerwehr angerückt. Der Hausmeister teilte den Bewohnern tagsdrauf mit, dass Erika D. verstorben sei.
Ein Sprecher der Feuerwehr bestätigt den Einsatz. Die Wohnung sei am 28. Juni geöffnet und die Einsatzstelle an die Polizei für weitere Schritte übergeben worden. Die Polizei räumt ein, dass es „zu einem bedauerlichen kommunikativen Missverständnis zwischen der Feuerwehr und der Polizei“ gekommen sei. Die Folge: Die Kriminalpolizei veranlasste erst am 22. Juli – über drei Wochen später – aufgrund einer Nachfrage des Nachlassgerichts „eine Nachschau in der betreffenden Wohnung“. Dabei sei die Verstorbene aufgefunden worden. Nach der Obduktion werde von einer natürlichen Todesursache ausgegangen.
Die Mieter werfen den Behörden teilweise Versagen vor. „Wir haben alle drei Wochen Tür an Tür mit einer Leiche gelebt. Das ist schon ein starkes Stück“, sagt ein Mann.D. POHL