Das Plangebiet (in der Darstellung gelb umrandet) befindet sich zwischen der Bahnlinie München-Rosenheim und dem Riemer Park. © Plan: LH München, Foto: ALP.X
Das ist in Trudering geplant: ein neues Quartier samt „Boulevard“ zum Flanieren. © Skizze: gute-uta.de
Hier entsteht das neue Stadtviertel, aber noch sieht es so in Trudering aus. © Foto: ALP.X Group
Große Pläne im Münchner Osten: Auf dem Areal am Rappenweg in Trudering soll ein riesiges Quartier mit Wohnungen, Kitas, Einzelhandel, Gastronomie sowie Grünflächen entstehen. Noch befindet sich hier ein karges Gewerbegebiet mit einem Containerlager – doch bald sollen hier 2000 bis 2700 Wohnungen gebaut werden, davon 50 Prozent gefördert. Wie der Merkur erfuhr, hat nun ein Unternehmens-Joint-Venture (dabei arbeiten mehrere Firmen miteinander) ein rund 85.000 Quadratmeter großes Grundstück innerhalb des 25,5 Hektar großen Planungsgebiets erworben und beteiligt sich an der Entwicklung des Quartiers.
Das Joint Venture wurde gegründet von der ALP.X Group, die sich als „auf Immobilien- und Infrastrukturthemen spezialisierter Projektentwickler“ bezeichnet, sowie von einem von Ginkgo Advisor beratenen Fonds. Das Unternehmen Ginkgo ist Teil der Schweizer Edmond de Rothschild Gruppe und wird als „eine der führenden europäischen Investmentplattformen für nachhaltige Stadtentwicklung“ bezeichnet. Es „erwirbt, saniert und entwickelt belastete und vernachlässigte urbane Standorte“.
In Abstimmung mit der Bayerische Hausbau Development wolle das Joint Venture die Verantwortung für die Entwicklung des Grundstücks übernehmen und eng mit den weiteren Projektbeteiligten und der Landeshauptstadt München zusammenarbeiten, heißt es. „Diese Quartiersentwicklung kann einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, den dringenden Bedarf an neuem Wohnraum in München zu decken und zugleich ein gut angebundenes, gemischt genutztes und nachhaltiges Quartier zu schaffen“, sagt Sebastian A. Lüdke, Chef und Gründer der ALP.X Group.
„Die gute Uta“: So soll das neue Quartier am Rappenweg heißen – benannt nach der sagenumwobenen Frau Uta, die im 11. Jahrhundert in Trudering große Ländereien der Gemeinde schenkte. Das „Gute-Uta-Quartier“ soll nun „für eine harmonische Verbindung von urbaner Lebendigkeit und dem stadtnahen Leben im Grünen“ stehen, wie es die Kooperationsgemeinschaft Rappenweg formuliert, die aus Grundstückseigentümern im betroffenen Gebiet besteht.
Die gewerblichen Bauten sind laut der Stadt München parallel zur Bahnlinie München-Rosenheim geplant. Sie sollen die nördlich anschließende neue Wohnbebauung vom Lärm der Bahntrasse abschirmen.
Im Rahmen einer frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit konnten die Planungsunterlagen bereits heuer im April und Mai eingesehen werden. Die Ergebnisse werden geprüft und fließen in das weitere Bauleitplanverfahren ein. Wie es auf www.gute-uta.de heißt, sollen erneut Fachbehörden sowie die Öffentlichkeit im Verfahren beteiligt werden, bis es dann am Ende zu einem Satzungsbeschluss im Stadtrat kommen soll.
Im Bezirksausschuss Trudering hatte es im vergangenen Jahr Widerstand gegen das Projekt gegeben: Die Bebauung sei zu hoch und zu dicht. Auch die Nachbargemeinde Haar zeigte sich kritisch gegenüber den Plänen.ANDREA STINGLWAGNER