Jetzt reißen sie das Horror-Haus ab

von Redaktion

Lerchenau: Martin P. tötete 2025 eigenen Vater – Neubau geplant

Handwerker Martin P. hatte das Haus angezündet. © privat

Schauriger Anblick: Das Haus an der Glockenblumenstraße wird nun abgerissen. © Marcus Schlaf

Der Brand in dem Einfamilienhaus in der Lerchenau hatte einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr ausgelöst. Danach drohte der Täter noch mit einem Anschlag auf die Wiesn. © dpa

Dach und Terrasse sind weg, der Torbogen zur Haustür abgerissen. Der Garten rundherum ist planiert, Blumen, Büsche und Balkon sind verschwunden. Jetzt erinnern nur noch die ausgebrannten Fenster an das Grauen im Horror-Haus in der Lerchenau.

Am 1. Oktober 2025 hatte Handwerker Martin P. (57) hier seinen Vater (90) getötet. Er verletzte dabei auch seine Mutter (81) und die eigene Tochter (21). Dann setzte er das Haus in Brand und erschoss sich am Ufer des nahe gelegenen Lerchenauer Sees (wir berichteten). Nach der furchtbaren Tat zog die Familie hier gar nicht mehr ein – das Gebäude war einsturzgefährdet. Fast ein Jahr lang stand es leer. Nun wird es endlich abgerissen. Ohne das Dach und mit den schwarzen Fensteröffnungen erinnert das Haus an einen schaurigen Spielwürfel.

Ende November 2025 kam heraus: Die Familie will das Haus, so schnell es geht, verkaufen. Sie beauftragte einen befreundeten Architekten mit dem Angebot. Der stellte ein Inserat auf eine Internet-Immobilien-Webseite: 1,745 Millionen Euro sollte das 740 Quadratmeter große Grundstück kosten – die 117.000 Euro für den Abriss des Hauses waren im Preis inbegriffen.

Offenbar ein sehr gutes Angebot – schließlich liegt das Grundstück in einer guten, wohlhabenden Wohngegend im Norden von München. Das Haus sollte auch ohne Provision verkauft werden. Die Familie wollte es einfach nur loswerden. Und das tat sie auch. Das Inserat war schon nach wenigen Tagen nicht mehr im Internet zu finden – entsprechende Verkaufszettel am Gartenzaun waren auch gleich verschwunden.

Auf Nachfrage bestätigte der Makler – ein enger Freund der Familie – unserer Zeitung damals, dass die Eigentümer mit einem ernsthaften Interessenten im Gespräch waren. Wer genau, war nicht zu erfahren. Doch wie man jetzt sieht, ging der Kauf über die Bühne.

Bei seinem Amoklauf am 1. Oktober hatte Martin P. um 4.40 Uhr in der Früh selbst gebastelte Sprengsätze in seinem Elternhaus gezündet. Seine Mutter und seine Tochter konnten sich schwer verletzt aus dem Haus retten, Vater Johann starb in einem Zimmer – getötet vom eigenen Sohn. Beide hatten laut Nachbarn jahrelang Streit gehabt – ein Streit, der sich in einer Gewalt-Orgie entlud. Perfide: Der Killer hatte auch Sprengfallen auf dem Gelände angebracht. Als die ersten Feuerwehrleute beim brennenden Haus eintrafen, gingen sie aber zum Glück nicht hoch. In einem Schreiben hatte Martin P. auch mit einer Bombe auf der Wiesn gedroht. Daraufhin war das Oktoberfest an diesem Tag bis 17 Uhr gesperrt worden.

Bald wird das Horror-Haus Geschichte sein – der lang ersehnte Abschluss eines schlimmen Kapitels in der Lerchenau. Dem Vernehmen nach soll hier ein neues Wohnhaus entstehen. Dann kann wieder Leben in die Glockenblumenstraße einziehen.T. GAUTIER, A. DASCHNER

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