Kaum Durchkommen: Chaos an Gleis 11. © Thomas Gautier
Stillstand am Schnellzug: Fast täglich kommt es an Gleis 11 des Hauptbahnhofs zu beachtlichen Fahrgast-Staus. Um 17.12 Uhr fährt hier jeden Tag der Railjet Xpress München–Budapest. Mit dem Zwischenstopp Wien eine hoch frequentierte Strecke.
Die Folge ist oftmals Chaos am Bahnsteig. An den Waggons drängen sich hunderte Fahrgäste mit großen Koffern. Gleichzeitig müssen Fahrgäste aus dem Zug aussteigen – denn der Railjet ist kurz vor 17 Uhr erst angekommen. Da der österreichische Zug innen recht eng ist, kann das ganz schön lange dauern.
Derweil bilden sich draußen Menschentrauben. Auf Höhe der Türen ist oft nur ein Meter an der Wand Platz. Blöd: Viele Münchner müssen genau jetzt hier vorbei – entweder zu den Ausgängen an der Haupthalle oder zu den S-Bahnen. Oder eben zum Holzkirchner Bahnhof, um die Züge in Richtung Rosenheim zu erreichen. Die kleinen elektrischen Wagen mit Gepäck und Getränken machen die Lage nicht besser. Fahrgäste stehen teilweise minutenlang im Stau. Manche drehen entnervt um und laufen auf der Straße um den Hauptbahnhof herum.
Die Bahn sieht trotz des Chaos an Gleis 11 keinen Handlungsbedarf. Eine Sprecherin auf Anfrage: „An Gleis 11 gibt es aktuell keine baulichen Einschränkungen. Somit stehen den Fahrgästen auch mehrere Aus- und Eingänge in diesem Bereich zur Verfügung.“
Grundsätzlich würden die Reisendenströme an den Gleisen mit Kameras überwacht. „Ziel ist es, potenzielle Engpässe frühzeitig zu identifizieren und zu steuern – etwa über Durchsagen, die Steuerung von Zugängen oder die zeitweise Schließung einzelner Bereiche.“TG