Hans-Georg Stocker will sein Backstage umbauen. © Schlaf
Das Backstage steht vor einer ungewissen Zukunft. Chef Hans-Georg Stocker fürchtet Streit wegen Lärms. Und steht wie berichtet mit seinem legendären Kulturzentrum vor einem millionenschweren Umbau. Jetzt schlägt sich die Mango-Koalition im Stadtrat (Grüne/Rosa Liste, SPD und FDP/FW) auf die Seite des Konzertzentrums an der Friedenheimer Brücke. Das Backstage soll als wichtiger Münchner Kulturstandort erhalten bleiben, teilte die Koalition am Montag mit. Die Rathaus-Regierung fordert die Verwaltung dazu auf, „alle rechtlichen Möglichkeiten dafür auszuschöpfen“. Laufende und künftige Verfahren sollen „schnell und möglichst unbürokratisch“ begleitet werden.
Im Hintergrund steht dabei auch der Blick auf ein Projekt direkt nebenan: Auf dem Paketpost-Areal soll ein neues Quartier mit zwei 155-Meter-Hochhäusern entstehen. Die Büschl-Gruppe will dort unter anderem 1190 Wohnungen für rund 3000 Menschen errichten. Stocker befürchtet, dass der Schallschutz dafür nicht ausreicht – und er irgendwann von Anwohnern wegen Lärms verklagt wird. Er muss ohnehin Lärmschutzvorgaben erfüllen. Das soll im Zuge eines millionenschweren Umbaus des Backstage passieren. Doch Stocker will das Geld nur ausgeben, wenn ein rechtssicherer Betrieb langfristig gewährleistet ist.
Die Mango-Koalition will Stocker dabei unterstützen. Ziel sei, dass der Umbau bis März 2027 beginnen kann, hieß es. „Falls sich dieser Zeitplan nicht halten lässt, soll die Verwaltung frühzeitig eine Verlängerung der bestehenden Genehmigung anstoßen.“ So könne das Backstage seinen Betrieb ohne Unterbrechung fortsetzen. Lars Mentrup, kulturpolitischer Sprecher der SPD, sagt: „Eine lebendige Stadt braucht Orte wie das Backstage. Hier entstehen neue Musik, neue Ideen und Begegnungen unterschiedlichster Menschen.“ David Süß von den Grünen pflichtet bei: „Das Backstage ist seit Jahrzehnten ein unverzichtbarer Teil der Münchner Kulturlandschaft.“TG