Schwitzen die Schnee-Eulen?

von Redaktion

Tierpark Hellabrunn: Jetzt sind die Pfleger im Hitze-Dauereinsatz

Schnelltrinker: Die Erdmännchen freuen sich über eine kleine eisgekühlte Erfrischung.

Eine Eisbombe – Gemüse und Streufutter mit Tee eingefroren – gibt‘s für die Kune-Kune-Schweine:

Ein kleines Bad für den Eisbären bei über 30 Grad.

Die Schnee-Eulen bekommen von der Tierpflegerin Ildiko Paxon gecrushtes Eis zum Abkühlen. Eigentlich leben die Tiere in der Tundra. © Marcus Schlaf (4)

Die Tierpflegerinnen Sophia Eck und Ildiko Paxon werfen mit einer kleinen Schaufel Eiswürfel in das Gehege der Schnee-Eulen in Hellabrunn. Langsam kommen die kleinen Eulen aus den Büschen hervor, unter denen sie Schatten gesucht hatten. Denn ihnen ist viel zu heiß. Schon seit Tagen zeigt das Thermometer über 30 Grad an. Richtig schwitzen können Eulen zwar nicht, aber sie hecheln mit offenem Schnabel. Die Erfrischung kommt gerade recht. Eines der Küken springt mit seinen weißen, puscheligen Beinen auf dem Eis herum. Dann reibt es seinen Kopf darin und breitet die Flügel aus.

Die Hitze setzt den Eulen zu. Mit ihren Eltern Harry und Keiku wohnen die Küken in der Polarwelt. Für sie ist die Abkühlung besonders wichtig. Denn sie können sich im kleinen Bach, der durch das Gehege fließt, nicht selbst abkühlen. „Ihr Jugendgefieder würde sich vollsaugen und sie wären patschnass“, erklärt Eck. Das Eis sorgt auch dafür, dass sich die Schnee-Eulen heimischer fühlen. Normalerweise leben sie in Tundragebieten.

Gegenüber plantscht Eisbärin Nuki. Sie versucht sich abzukühlen. Trotz ihres dicken Fells kommen Eisbären mit der Hitze verhältnismäßig gut klar, erklärt Eck. Manchmal nehmen sie sogar ein Sonnenbad. Bei weit über 30 Grad ist es aber deutlich zu heiß.

Für viele Tiere in Hellabrunn sind die hohen Temperaturen herausfordernd. Zwar gibt es in fast allen Gehegen Wasserstellen zum Baden und genügend Schatten. Das reicht aber bei den aktuellen Temperaturen nicht mehr aus. Die Pfleger bereiten fast täglich Abkühlungen vor. „Wir versuchen so viel anzubieten, wie wir können“, sagt Eck. Dazu gehören die Eiswürfel für die Schnee-Eulen. Aber auch Eisbomben.

Der Tierpfleger der Kune-Kune-Schweine Frieda und Xippe kommt mit zwei Eisbomben in das Gehege. Dafür haben die Pfleger Gemüse und Streufutter aufeinandergestapelt und mit Tee eingefroren. Mmh, das schmeckt den neuseeländischen Schweinen gut. Gierig nehmen sie sich das Eis mit ihrem Maul, als es ihnen ihr Pfleger gibt. Grunzend versuchen sie, die Oberfläche abzunagen. Dann kugeln sie ihre Erfrischung durchs Gehege. „Das Herumschieben von Essen ist typisch für die Kune-Kune“, erklärt Sophia Zimmerling, Sprecherin des Tierparks. Danach legen sich Frieda und Xippe wieder in ihre selbst gegrabenen Kuhlen im Schatten. Denn der Boden kühlt ihre Körper.

Über 18.000 Tiere leben in Hellabrunn. Einen Hitzekollaps gab es noch nie. Das Team beobachtet die Tiere engmaschig und kümmert sich um Erfrischungen. Die Elefanten bekommen beispielsweise jeden Morgen eine kalte Dusche. „Sobald wir eine kleine Auffälligkeit beobachten, greifen wir sofort ein“, sagt Zimmerling.

Die Erdmännchen leben eigentlich im Süden Afrikas und sind Hitze gewohnt. Aber auch sie freuen sich über etwas Kaltes. Pfleger Max Tschunke hat einen Napf mit gefrorenem Wasser und Eiswürfeln dabei. Darin sind Mehlwürmer eingefroren. Hier ist für Abkühlung gesorgt. Jetzt bereitet er mit Kollegen die nächsten Eisbomben vor. Die nächsten Tage können kommen.M. WANDINGER

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