Schwitzen an den Hotspots

von Redaktion

In der Altstadt misst Jakob Hundertmark 40 Grad.

Am Trambahn-Depot kommt Ivan Datschin auf 44 Grad.

Vor der Bavaria an der Theresienwiese: Auf dem Thermometer werden Saskia Meyer-Eller 37 Grad angezeigt. © Schlaf (3)

Saskia Meyer-Eller (32) geht bei 37 Grad mit dem Hund auf der Theresienwiese spazieren. „Auf der anderen Seite der Bavaria wurden schon Trinkwasserhähne aufgestellt, hier nicht. Generell gibt es auf der Theresienwiese wenig Möglichkeiten, sich abzukühlen“, berichtet sie. Neben fehlenden Trinkwasserspendern kritisiert sie, dass – abgesehen vom Oktober- und Frühlingsfest – die Wiesn meist brach liegt. „Ich habe mir eigentlich schon öfter überlegt, ob nicht eine Art Zwischennutzung sinnvoll wäre, zum Beispiel in Form von einem Sommerbeach.“

Noch heißer ist es mit 40 Grad an der Sendlinger Straße. Hier arbeitet Jakob Hundertmark (20) und ärgert sich, dass er inzwischen ziemlich viel Geld für Getränke ausgibt. „Dabei nehme ich immer schon zwei Liter Wasser von zu Hause mit. Aber in der Mittagspause muss ich schon schauen, dass ich nicht zu viel fürs Essen ausgebe, damit ich noch genug für Getränke übrig habe.“ Er stellt auch fest, dass bei der Hitze viel weniger Leute als sonst in der Innenstadt unterwegs sind. „Das ist aber kein Wunder, ich habe auch oft Kopfschmerzen von der Hitze.“ Über mehr Bäume auf der Sendlinger Straße würde er sich sehr freuen.

Eine Fahrt mit der Tram ist bei 33 Grad im Waggon derzeit auch kein Vergnügen. Doch schlimmer geht immer: Beim Tramdepot an der Einsteinstraße treffen wir Ivan Datschin (60). Er schwitzt bei 44 Grad: „Da kann man sich die Sauna sparen“, lacht er und sucht nach Schatten. Datschin hat Angst, wegen seiner hellen Haut einen Sonnenbrand zu bekommen: „Wirklich gefährlich wird es, wenn man Probleme mit dem Herzen oder dem Blutdruck hat.“ Mehr Schatten und Bäume fände er gut. „Zum Abkühlen gehe ich jetzt in den Biergarten, da ist es angenehmer.“LB, GW

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