Kulturpolitische Impulse fehlen: Leider erkennen wir noch keine kulturpolitische Vision. Wir sehen, dass das Kulturreferat zum Nischenressort wird, das im Zwei-Jahres-Takt sparverwaltet wird. Die Intendanz der Kammerspiele lässt man im erfolgreichsten Jahr fallen. Das Deutsche Theater soll weg. Von den Gasteig-Plänen ist nichts mehr zu hören. Wo sind die positiven Impulse? Kulturpolitik hat so viel gesellschaftliches Potenzial! Sie gestaltet unser Zusammenleben. Daher braucht sie wieder einen hohen Stellenwert, Mut und Expertise.JENNY BECKER, VORSITZENDETHEATERGEMEINDE MÜNCHEN
Ernüchterung bei Eltern: Die ersten Wochen waren für Eltern ernüchternd. Uns ist negativ aufgefallen, dass als erster Akt in Bezug auf Kinder und ihre Familien die Streichung des kostenlosen Kindergartens für alle entschieden wurde, ohne näher darauf einzugehen, wen dieser wann betreffen wird. So wurde in Kauf genommen, dass knapp eine Woche lang alle Betroffenen ihre Infos nur aus Spekulationen ziehen konnten. Familien wissen, dass München eine teure Stadt zum Großziehen von Kindern ist. Jetzt den Kindergarten nicht mehr kostenlos anzubieten, sollte nicht der Weg sein. MARTYNA PLASCZYK, GEMEINSAMERKINDERGARTENBEIRAT (GKB)
Neuer Stil, falsche Haushaltspolitik: Mit Dominik Krause ist ein neuer Stil im Rathaus eingekehrt. Politisch wurden teilweise richtige Schritte angekündigt: neue Regeln für die sozialgerechte Bodennutzung, Ideen für den Wohnungsbau. Bislang sind das aber nur Absichtserklärungen. Ob auch Taten folgen, ist offen. Wir werden den OB und seine Koalition an den Ergebnissen messen. Falsch ist die bisherige Haushaltspolitik. Als erste Maßnahme die Kinderbetreuung massiv zu verteuern, war ein Fehler. Den Bürgern in die Tasche zu greifen ist kein Sparen.MANUEL PRETZL, CSU-FRAKTIONSCHEFIM STADTRAT
Die Stadt muss sozial bleiben: Bürgermeister Dominik Krause setzt ein deutliches Signal für ein buntes und solidarisches München. Das Leben im teuren München ist für viele Menschen aber kaum noch bezahlbar. Dabei darf Teilhabe nicht vom Geldbeutel abhängen. München muss eine soziale Stadt bleiben. Dafür müssen auch angesichts einer angespannten Haushaltslage die politischen Weichen gestellt werden. Und München wächst: Wo neue Quartiere entstehen, müssen Kitas, Beratungsstellen und soziale Treffpunkte von Anfang an dazugehören.ANDREA BETZ,VORSTANDSSPRECHERIN BEI DERDIAKONIE MÜNCHEN UND OBERBAYERN
Ein Herz für die Wiesn: Ich empfinde Dominik Krause als jemanden, der sich wirklich für die Themen interessiert. Auch wenn man unterschiedlicher Meinung ist, setzt man sich zusammen und sucht das Gespräch. Sehr wichtig für uns war, dass er sich im Rechtsstreit um das Vergabeverfahren der Wiesn-Zelte klar dafür positioniert hat, die bisherige Vergabepraxis beizubehalten. Man merkt, dass ihm das Oktoberfest am Herzen liegt. Jetzt muss er sich natürlich auch noch beim Anzapfen beweisen.PETER INSELKAMMER, WIRT DES ARMBRUST-SCHÜTZENZELTS UND SPRECHERDER WIESN-WIRTE
Anliegen der Älteren angehen: Bislang sind mir leider noch keine besonderen Aktivitäten unseres Oberbürgermeisters für die Älteren aufgefallen. Wir geben Herrn OB Krause gerne noch weitere 100 Tage Zeit, einige der bekannten, täglich von älteren Münchnern beklagten Widrigkeiten zu beseitigen. So beschweren sich nicht nur Ältere, sondern auch viele Mobilitätseingeschränkte über nicht nachvollziehbare, schikanös empfundene Tiefbausicherungen. Die Menschen kommen nicht oder nur auf Umwegen zu den Geschäften für den täglichen Bedarf oder zu den verlegten MVV-Haltestellen.GERHARD KRUG, STV. VORSITZENDERDES SENIORENBEIRATES