Hingucker ist die moderne Fichtenholz-Fassade.
Kurze Pause: Campingplatz-Chef Klaus Bartl vor der umgebauten Gaststätte „Isarflimmern“ an der Floßlände in Thalkirchen. © Hangen (2)
Liegestühle, blaugrünes Wasser, Flößer und Surfer – willkommen im bayerischen Beachclub! Die Gaststätte am Campingplatz Thalkirchen ist nach zweieinhalb Jahren Bau fertig. An diesem Wochenende ist Eröffnung.
Betreiber ist Campingplatz-Chef Klaus Bartl (59) der heuer erstmals auch Wiesn-Wirt ist (wir berichteten). „Isarflimmern“ hat er die Gaststätte direkt an der Floßlände genannt. Konzept: neu, modern, aber auch traditionell. Hingucker ist die moderne Fichtenholz-Fassade mit baumähnlichen Streben. Auch innen dominiert Holz – eine Hommage an die Tradition der Flößer, die hier aus dem Oberland in München anlegten. Passend dazu plant Bartl über der Theke ein zwölf Meter langes Bild vom Karwendel – „da, wo die Isar entspringt“, sagt er.
Draußen ist der Biergarten mit 150 Plätzen fertig, am Wasser warten Liegestühle in der Lände-Lounge auf Gäste. 50 Meter weiter befindet sich Münchens zweite Surf-Welle. Bartl: „Der Biergarten ist ein absolutes Schmuckstück. In München gibt es für mich keinen schöneren Ort am Wasser.“
Davon können sich die Münchner am Samstag selbst überzeugen. Dann feiert Bartl sein Sommerfest (15 bis 22 Uhr). „Es wird Gegrilltes geben wie Würstl, Halsgrat und Gemüse, dazu hausgemachte Pizza und Augustiner aus dem Holzfass.“ Musik kommt von den „Wuidara Pistols“, bekannt aus dem Wiesn-Festzelt Zur Bratwurst.
So froh Bartl über die Gaststätten-Eröffnung ist – der Umbau des Campingplatzes macht ihm Sorgen. Von den 450 Stellplätzen seien wegen der 15-Millionen-Euro-Baustelle derzeit nur 200 für Gäste nutzbar. „Es ist sehr bedauerlich, dass wir da so eine Verzögerung haben.“ Bauherr ist die städtische Firma MRG, die das Gelände an Bartl verpachtet hat. Die teilt auf Anfrage unserer Zeitung mit: „Die Arbeiten am Campingplatz Thalkirchen entsprechen in fast allen Punkten den Planungen sowie den Terminangaben im Pachtvertrag.“
Auf der Wiesn läuft dagegen alles nach Plan für Bartl. Sein kleines Zelt „Flößerstadl“ nimmt Formen an. „Der Gastraum steht, diese Woche kommt der Estrich für die Küche. Es geht rasend schnell.“ Zwei Baustellen auf einmal – da bleibt Bartl keine Zeit für den Liegestuhl. Nach dem Sommerfest will er mehr Zeit auf der Wiesn verbringen, den Zeltaufbau begleiten. „Es ist eine extrem intensive Zeit. Ich habe Schmetterlinge im Bauch – und die Hosen voll.“THOMAS GAUTIER