Die Polizei kontrolliert im Nußbaumpark. © O. Bodmer
Der Schock bei den Anwohnern sitzt tief: Durch ein Küchenfenster ist ein Mann in die Wohnung von Altan Basnar (l.) eingestiegen. © Jens Hartmann
Altan Basnar ist noch immer fassungslos: Am Donnerstag ist ein Mann gegen 18 Uhr in seine Wohnung am Sendlinger-Tor-Platz eingestiegen – während seine Tochter (19) zu Hause war. „Meine ganze Familie ist traumatisiert“, sagt der vierfache Vater.
Der 60-Jährige ist Hausmeister an der Deutschen Meisterschule für Mode und Design am Sendlinger-Tor-Platz 14. Er lebt mit seiner Familie seit 17 Jahren in einer Dienstwohnung im Erdgeschoss, direkt neben dem Schulgebäude. Schon um die Mittagszeit sei ihm vergangenen Donnerstag bei seinem Rundgang um die Schule ein Mann aufgefallen. „Er sah etwas verwahrlost aus und verhielt sich merkwürdig.“ Kundschaftete er womöglich die Umgebung aus?
Abends gegen halb sechs fuhr Basnar mit seiner Frau noch mal weg. „Meine Tochter war allein in der Wohnung, sie hat sich was zu essen bestellt.“ Das Ehepaar war keine zehn Minuten unterwegs, da kam eine Nachricht von der Tochter: „Papa, bitte, bitte, komm schnell zurück! Da ist ein Mann in unserer Wohnung!“ Der Vater zögerte keine Sekunde, machte kehrt und rief noch auf dem Rückweg die Polizei. In der Wohnung angekommen, waren die Beamten bereits da. Sie hatten den Eindringling tatsächlich erwischt. „Es war genau der Mann, der mir mittags bei meiner Runde aufgefallen war.“
Seine Tochter ist unversehrt. Doch der Schock bei der jungen Frau sitzt tief: „Der Einbrecher ist durch die ganze Wohnung gegangen, hat Wasser getrunken und von ihrer Pizza gegessen. Sie hatte riesige Angst“, sagt der Vater. Dass der Mann bei Tageslicht und für jeden sichtbar einfach in ein offenes Küchenfenster einsteigen konnte, beunruhigt den Hausmeister. „Es ist sogar noch ein Absperrgitter ums Haus, weil gerade Baustelle ist. Trotzdem hat ihn das nicht abgeschreckt.“ Basnar beobachtet die Entwicklungen am Sendlinger Tor seit Jahren mit großer Sorge. Wohl fühle sich seine Familie hier, am Rande des Nußbaumparks (Kasten), schon lange nicht mehr. Schon mehrmals habe er die Polizei wegen Problemen mit Drogensüchtigen und Obdachlosen gerufen. „Man wird angepöbelt, es ist laut, überall ist Müll. Obdachlose sind auch schon über den Zaun aufs Schulgelände gesprungen, um sich Behausungen zu bauen. Man fühlt sich nicht sicher.“DANIELA POHL