Andrea Schuster versucht, ihre Blumen im Haus frisch zu halten. © Wandinger (2)
Käse mag keine Hitze, sagt Eva Stackmann von Caseus. Es wird weniger eingekauft.
Bei Oresta Shuster gibt es erfrischenden Eistee und Matcha in vielen Sorten.
Manuel Trübenecker verkauft Obst, Gemüse und Fruchtsäfte. © Markus Götzfried (2)
Hitze ohne Ende: Das Thermometer steigt auch diese Woche über 30 Grad an. Am Viktualienmarkt gibt es deshalb heute ein ganz spezielles Sonderangebot für unsere Leser. Wer den Münchner Merkur zeigt, bekommt an einigen Standln Hitze-Rabatt. Beim Teestand TeaFlower von Oresta Shuster gibt es zwei Eistees zum Preis von einem. Auch das Standl Trübenecker ist dabei. Hier können unsere Leser zwei Säfte zum Preis von einem mitnehmen.
„Dieses Jahr sind die Temperaturen sehr extrem“, sagt Shuster, während sich die Marktfrau frische Luft zufächert. Zwischendurch hält sie ihre Arme in den Brunnen am Viktualienmarkt. „Das Einkaufsverhalten ist an solchen Tagen miserabel“, so Shuster. Sie nimmt etwa 30 Prozent weniger ein. Der Markt ist oft menschenleer, weil es den Kunden zu heiß ist. Zur Abkühlung hat die Standlfrau Eistees und Eis-Matchas aus den eigenen Produkten entwickelt. „Wir sind die Ersten am Markt, die einen Eis-Matcha anbieten.“ Eistee gibt es als Aperol-Alternative mit Blutorangentee, als Hugo mit Holunder oder mit Weinbergpfirsich-Geschmack (je fünf Euro). Den Matcha erhält man klassisch (sechs Euro), mit Erdbeere und Mango (je 6,50 Euro). Alle Sommervarianten sind alkoholfrei.
Auch Manuel Trübenecker vermisst seine Kunden. „Viele nehmen den Weg zum Markt nicht auf sich“, erklärt er. Die Besucher kaufen jetzt vor allem am Vormittag ein. Er geht von einem Verlust von etwa 50 Prozent aus. Auch Obst und Gemüse leiden unter der Hitze. „An heißen Tagen schließen wir schon um 16 statt um 18 Uhr“, sagt er. Länger lohnt es sich laut Trübenecker nicht. Nur die Safttheke (ab 3,90 Euro) hat etwas länger geöffnet. Kollege Marco Stohr lässt sich sogar eine Sprinkleranlage einbauen. „Das hilft gegen die Hitze, Obst und Gemüse bleiben frisch und sie hält Wespen fern.“
Ähnliches erlebt Andrea Schuster von Erikas Blumenstandl. „Wir müssen viel Ware wegschmeißen“, berichtet sie. Schuster habe bei der großen Hitzeperiode sogar überlegt, ihr Standl komplett zuzusperren. „Aber dann hätte an manchen Tagen kein Blumenstand am Viktualienmarkt offen, und das kann ich moralisch nicht vertreten“, sagt sie. Sie lagert Blumen ein und bewahrt sie im Haus auf, weil es dort kühler ist. Astern und Nelken halten im Sommer besser, verrät die Standlfrau außerdem.
„Sommer ist kein Käsewetter“, weiß Eva Stackmann von Caseus. Die hohen Temperaturen setzten ihrer Ware noch mehr zu. „Wir schließen immer wieder früher, weil wenig Leute einkaufen.“ Für die Verkäufer ist es ebenfalls eine große Belastung. Denn die Kühltheken geben viel Hitze ab.
Bei Fisch Witte ist es hingegen schön kühl. „Früher war es mit der Fischlieferung bei der Hitze ein großes Problem,“ erinnert sich Hella Witte. Die Zeiten sind vorbei. Daher kaufen die Münchner auch bei hohen Temperaturen gerne ein. „Fisch ist im Sommer leichte Kost“, weiß sie. Ihr Favorit bei Hitze: Matjes.MARIE-THERES WANDINGER