Sie nehmen den Autos die Parkplätze weg, blockieren Ein- und Ausfahrten, machen der Straßenreinigung das Leben schwer, erhöhen die Unfallgefahr und verschandeln das Straßenbild: Die Liste an Kritikpunkten der Harlachinger ist lang, wenn es um das Thema Wohnmobile und sonstige langfristig abgestellte Großfahrzeuge geht. Regelmäßig erreichen den zuständigen Bezirksausschuss (BA) Zuschriften, dass eine Lösung für die unzumutbare Situation gefunden werden müsse.
Wohnmobile oder Anhänger für Boote und sonstige Transporte findet man regelmäßig in der Lindenstraße und der Karolingerallee, in der Geiselgasteigstraße und dem Münchner-Kindl-Weg. Die Abstellorte sind beliebt, weil sie an den ÖPNV angebunden sind, aber keine Parkausweispflicht gilt. Verboten ist die Praktik nicht, denn Wohnmobile und Lkw, die zugelassen und betriebsbereit sind, dürfen im öffentlichen Straßenraum abgestellt werden, erklärt das Mobilitätsreferat. Auch das Abstellen von Anhängern ohne Zugfahrzeug ist gesetzlich nicht zu beanstanden, wenn sie nicht länger als zwei Wochen an einer Stelle geparkt werden. Überprüft werden die Regeln durch die Kommunale Verkehrsüberwachung (KVÜ) und die Polizei.
Am Ärger der Anwohner ändert das wenig. Sie sprechen von einer Plage und beobachten regelmäßig, dass die Zweiwochenfrist überschritten wird. Abgeschleppt oder verwarnt würden aber nur die wenigsten Fahrzeuge. Der BA hofft, dass die Einrichtung des Parklizenzgebiets Mangfallplatz Bewegung in die Sache bringen wird. Ende 2026 könnte dann eine Parkscheibenregelung mit Höchstparkdauer in Kraft treten. Anwohner brauchen einen Parkausweis, um unbegrenzt stehen zu können. Es wird erwartet, dass die Zahl dauerhaft abgestellter Wohnmobile, Anhänger und anderer Dauerparker deutlich sinkt.
Ob das ausreicht, bleibt abzuwarten. Der BA möchte deshalb prüfen lassen, ob in bestimmten Straßen reines Pkw-Parken angeordnet werden kann. Sollte das Parklizenzgebiet keine Verbesserungen bringen, will man „weitergehende Maßnahmen“ ergreifen. Bis dahin sollten Polizei und KVÜ strenger kontrollieren.VINCENT SUPPÉ