Teure Medikamente und Abnehmspritzen sind auf dem Schwarzmarkt besonders populär. © Polizei (3)
Die Kamera der Apotheke zeichnete den Täter auf, als er versuchte, ein gefälschtes Rezept (o.) einzulösen.
Mit gefälschten Rezepten wollten zwei junge Männer in München offenbar an teure Medikamente kommen. Jetzt sitzen beide in Haft. Sie waren auf frischer Tat von der Polizei verhaftet worden. Zuletzt waren den Ermittlern einige Mitglieder aus einem Ring von Rezeptbetrügern ins Netz gegangen. Dabei kam ihnen die Achtsamkeit einiger Münchner Apotheken zugute.
Aufmerksam wurden mehrere Pharmazien bereits am 6. Juli. Dort waren telefonisch hochpreisige Arzneimittel vorbestellt worden. Die Mitarbeiter schöpften Verdacht und verständigten die Polizei. Bei den Mitteln ging es unter anderem um Krebsmedikamente oder etwa das Medikament Livmarli, das bei Juckreiz und Leberbeschwerden angewandt wird. Die Medikamente landen vorwiegend in Russland, wo sie vermutlich derzeit Mangelware sind.
Am Freitag, 10. Juli, legten ein 18-Jähriger und ein 19-Jähriger schließlich in einer Münchner Apotheke ein gefälschtes Rezept vor. Polizeibeamte nahmen die beiden Tatverdächtigen daraufhin fest. Beide besitzen die ukrainische Staatsangehörigkeit und haben ihren Wohnsitz in Brandenburg. Angeworben wurden sie vermutlich aus Russland.
Mit den gefälschten Rezepten hätten sie Medikamente im Wert von über 150.000 Euro erbeutet. Dabei verwendeten sie Papierrezepte und Abbildungen KI-generierter Versichertenkarten. Insgesamt wurden in den Jahren 2024/25 deutschlandweit Medikamente im Wert von 10,5 Millionen Euro erbeutet. Die Männer kamen in die Haftanstalt des Präsidiums München. Anschließend wurden sie einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser erließ gegen beide Haftbefehle. Die Ermittler gehen dem Verdacht nach, dass die beiden mit den gefälschten Rezepten an besonders teure Arzneimittel gelangen wollten. Im Raum stehen mehrere Vorwürfe: Urkundenfälschung, Betrug und Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz.
In diesem Zusammenhang appelliert die Polizei an Apotheken, aufmerksam zu sein und sich immer eine Original-Versichertenkarte zeigen zu lassen, wenn jemand ein Rezept einlöst.GW