Sebastian Kriesel, Stadtrat der CSU in München.
Matthias Stolz, Präsident der Narhalla. © Michaela Hartmann
Dem Faschingszug der Damischen Ritter in München droht das Aus. © Jens Hartmann
Jetzt hat der Spaß ein Loch! Dem Münchner Fasching droht das Aus. Die Kosten für Sicherheit & Co. steigen immer weiter, die Stadt will aber offenbar das Budget nicht erhöhen. „Wenn das so kommt, werden Veranstaltungen ausfallen müssen“, sagt Narrhalla-Präsident Matthias Stolz. Schluss mit lustig.
Hintergrund: Die Stadt stellt für Faschingsumzug, Straßenfasching und das Faschingstreiben auf dem Viktualienmarkt ein Budget zur Verfügung. Insgesamt 230.000 Euro. Aus dem Topf sollen die Organisatoren wie „München Narrisch“, die „Narrhalla“ sowie die „Damischen Ritter“ die Kosten für Absperrungen und Personal stemmen. Eben für die Sicherheit.
Problem: Das Budget ist seit mehreren Jahren nicht erhöht worden, die Anforderungen an die Sicherheit bei öffentlichen Veranstaltungen steigen aber im Grunde mit jedem Anschlag. Die Stadt stelle zwar etwa die Straßenabsperrgitter, das Personal müssten aber die Vereine organisieren. „Wir sind an den Grenzen angelangt, wo wir es kaum noch mit den Mitteln schaffen, die uns zur Verfügung stehen“, sagt Stolz.
Für den Eckdatenbeschluss zum Haushalt des nächsten Jahres hatten daher die Vereine, aber auch die Markthallen München als Ausrichter des Tanzes der Marktweiber auf dem Viktualienmarkt, Erhöhungen des Budgets beantragt. Das wurde nicht genehmigt. Nach Informationen unserer Zeitung geht es um rund 70.000 Euro mehr für Fasching auf dem Viktualienmarkt, den Umzug und drei Tage Straßenfasching. Stolz: „Ich finde das, offen gesagt, sehr geringe Kosten für diese Ereignisse.“ Die Vereine hätten Verständnis dafür, dass die Sicherheitsvorkehrungen angepasst werden müssten. Die Stadt sei aber auch in der Pflicht, Tradition und Brauchtum zu erhalten. „Den Tanz der Marktweiber gibt es seit über 100 Jahren, seit 40 auf der großen Bühne“, sagt der Narrhalla-Chef. Der Fasching sei zudem für alle da. Die Veranstaltungen ziehen jährlich tausende Besucher an. Und die Feierlichkeiten sind kostenlos, ohne Eintritt oder Konsumzwang. Zudem: „Es gibt in München Vereine, die trainieren das ganze Jahr für den Fasching. Wir legen uns krumm für die kurze Saison. Und dann hängt es an Punkten, bei denen die Stadt eigentlich helfen müsste.“
Dass in München das Geld ausgeht, ist bekannt. Die Verwaltung muss sparen, das weiß auch CSU-Stadtrat Sebastian Kriesel. Dass der Rotstift nun aber den Fasching gefährden soll, will er nicht akzeptieren. „Ich bin schon verwundert, dass gerade da so massiv eingespart werden soll.“
Kriesel hat daher mehrere Anträge formuliert. Darin wird die Stadt aufgefordert, gemeinsam mit den Faschings-Organisatoren nach einer Lösung zu suchen und zur Not eben das Budget aufzustocken. Dass Veranstaltungen ausfallen müssten, sei nicht darstellbar. „Der Fasching gehört zu München wie die Wiesn oder das Hofbräuhaus.“SASCHA KAROWSKI