Am Goetheplatz wendet die leere U-Bahn. Erst zum Oktoberfest dürfen wieder Fahrgäste einsteigen.
Mehmet Dönmez (MVG) ist der Projektleiter.
Philipp Schmidt leitet die Arbeiten am Goetheplatz und berichtet von den Herausforderungen im Tunnel. Die U-Bahnhöfe Poccistraße und Goetheplatz werden derzeit grundlegend erneuert. © Martin Hangen (3)
Unterirdisch wird derzeit kräftig betoniert, gebohrt und saniert: Seit dem 18. Mai lassen die Stadtwerke München (SWM) und die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) die U-Bahnhöfe Poccistraße und Goetheplatz grundlegend erneuern. Beide Stationen stammen aus der Frühzeit der Münchner U-Bahn und sind baulich in die Jahre gekommen.
Am Goetheplatz wird vor allem das Stahlbetontragwerk für die nächsten Jahrzehnte fit gemacht. Den Tunnel unter der Lindwurmstraße hatte bereits das NS-Regime erstellt. 1941 wurde der Bau wegen des Zweiten Weltkriegs gestoppt, bevor der Bahnhof dann 1971 zu den Olympischen Spielen eröffnet wurde.
Bei den aktuellen Bauarbeiten musste die Betonoberfläche mit Hochdruck aufgeraut werden, bevor man anschließend rund 30 bis 35 Millimeter Spritzmörtel auftragen konnte. Insgesamt wurden rund 220 Tonnen verarbeitet. Die Arbeiten waren laut Projektleiter Mehmet Dönmez „extrem laut, staubig und heiß“. Der neue Beton bleibt genau wie an der Haltestelle Poccistraße sichtbar. Das hat einen praktischen Grund: Eine spezielle Farbe überdeckt Risse nicht, sodass Schäden bei Kontrollen sofort erkannt werden können. „Augenscheinlich sieht man dann jeden Riss“, erklärt der Projektleiter am Goetheplatz Philipp Schmidt. „Dafür werden Sanierungen einfacher.“
An der Poccistraße war zunächst eine umfangreiche Schadstoffsanierung nötig. Unter anderem wurden asbest- und bleihaltige Materialien entfernt. Gleichzeitig wird die Station technisch aufgerüstet – mit neuer Kälte- und Lüftungstechnik und einer neuen Brandschutzanlage.
Die erste Bauphase läuft bis zum Start des Oktoberfests am 19. September. Während der Wiesn sowie im Advent und Winter fahren alle Linien wieder ohne Einschränkungen. Vom 5. Oktober bis 27. November ist der Abschnitt zwischen Implerstraße und Goetheplatz nur eingleisig befahrbar. Ein Pendelzug übernimmt dort den Betrieb.
Die letzte große Sperrung folgt vom 12. April bis 1. August 2027. Dann wird der Abschnitt zwischen Sendlinger Tor und Implerstraße komplett gesperrt. Dann heißt es wieder, auf Ersatzbusse ausweichen, damit zwei der ältesten Münchner U-Bahnhöfe bald dauerhaft sicher werden.GABRIELE WINTER