Zoff um Rennstrecke im Westpark

von Redaktion

Radler im Westpark, hier friedlich, können ziemlich schnell werden. © Sigi Jantz

Vor über einem Jahr hat der Bezirksausschuss (BA) Sendling-Westpark einen Antrag für ein sicheres Miteinander von Radfahrern und Fußgängern im Westpark gestellt. Nun waren während der jüngsten Sitzung die Initiatoren der Online-Petition „Sicher im Westpark – gegen rasende Radfahrer“ zu Gast und haben ihrem Ärger über die ihrer Meinung nach weiterhin gefährliche Situation Luft gemacht.

Es gebe längst kein friedliches Nebeneinander mehr auf den Wegen im Park, bemängeln sie, stattdessen werde man als Fußgänger von aggressiven Radlern angerempelt oder umgestoßen. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis etwas passiere.

Das Mobilitätsreferat (MOR) hat in einem Schreiben an den Bezirksausschuss mittlerweile in Aussicht gestellt, dass künftig keine stadtbezirksübergreifenden Radverbindungen mehr durch den Westpark führen sollen, „um bekannte Nutzungskonflikte zu vermeiden“. Radfahrer würden um den Park herumgeleitet. Darüber hinaus sei allerdings kein gesondertes Radl-Konzept geplant.

Eine „Frechheit“, findet SPD-Fraktionssprecher Walter Sturm, der den BA-Antrag damals formuliert hatte. Seine Partei pocht darauf, dass zusätzlich zu Alternativrouten um den Park herum alle Wege in der Grünanlage als Gehwege ausgewiesen werden, Fußgänger klar bevorzugt werden. Radler dürfen nach dem Modell nur in Schrittgeschwindigkeit fahren. Wegen fehlender Kennzeichen an Fahrrädern ist es laut Mobilitätsreferat in der Praxis allerdings schwierig, Geschwindigkeitsverstöße zu verfolgen.

Der BA-Vorsitzende Günter Keller (SPD) kann sich auch vorstellen, die Wirksamkeit einer neuen Beschilderung im Rahmen eines Pilotversuchs auf ausgewählten Wegen zu testen. Derzeit jedenfalls gleiche der Westpark an einzelnen Stellen einer Rennstrecke, warnt er. Zugleich ist sich das Stadtteilgremium weitgehend darüber einig, dass Radfahrer nicht pauschal stigmatisiert werden dürften.

Der BA will gegenüber dem Mobilitätsreferat auch auf die Anwohner-Petition verweisen, die 558 Mal unterschrieben wurde. Darin werden unter anderem regelmäßige Radverkehrskontrollen durch das Ordnungsamt gefordert.DAVID NUMBERGER

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