Fast wie beim Bachelor: Schlagerrapper Tream verteilt Rosen an die weiblichen Fans. © Martin Hangen
Bevor die Show von Tream startet, gibt’s von einer Blaskapelle erst mal die Bayern-Hymne auf die Ohren. Lautstark singen diejenigen, die textsicher sind (zugegeben, nicht so viele), mit, während andere voller Vorfreude auf das warten, was gleich kommen wird: Bayerns größtes Dorffest.
Eigentlich heißt er Timo Grabinger, stammt aus Schwandorf in der Oberpfalz und ist 27 Jahre jung. Er selbst bezeichnet sich als „Schlagerrapper“, eine Kombination, die ihm zum großen Durchbruch und Erfolg verholfen hat. Tream, eine Zusammenstellung aus seinem Vornamen und dem englischen Wort „Dream“ (Traum), hat sich seinen Traum erfüllt: Ihn kann man getrost als derzeit größten Partymacher des Landes bezeichnen. Die Texte handeln von übermäßigem Alkoholkonsum, Frauen und dem Leben auf dem Dorf in der bayerischen Heimat. Maibaumstüberl-Lieder, die bierzelt- und königsplatztauglich sind.
Der Königsplatz ist proppenvoll an diesem Freitagabend, die Sonne hat sich gerade verabschiedet, als Tream mit seiner Band die Bühne betritt. Vom ersten Song an herrscht ausgelassene Stimmung, die Fans schreien, grölen, singen mit, was die Lunge hergibt. Und viele halten sich an das unausgesprochene Gebot, dass zu einem Dorffest viel Alkohol gehört. Passend dazu gibt es das Tream-Weißbier, das der Schlagerrapper und ein Fan aus der ersten Reihe auf Ex austrinken.
Weiter geht‘s, Tream ist bestens drauf und gelaunt bei diesem „Finale dahoam“ – das Konzert am Königsplatz war das letzte seiner aktuellen „Weißbierprobe-Tour“. Mitgebracht hat er zahlreiche Gaststars, wie Bausa, Marc Eggers, Blümchen und Kati K. Kurz vor dem Ende der zweieinhalbstündigen Show rappt noch Gzuz, Mitglied der unter Fans von Deutschrap verehrten Combo „187 Strassenbande“.
Traumhafte Kulisse, proppenvoller Königsplatz und vorne auf der Bühne Tream, der alles gibt – das ist Bayerns größtes Dorffest. Auf dem der elfjährige Paul dem Sänger für die Länge eines Liedes die Show stiehlt: Ihn hat Tream auf die Bühne geholt und das Mikrofon gegeben. Eigentlich nur für die Anfangstextpassage, doch Paul sang und hüpfte weiter wie sein Idol – das Publikum feierte den kleinen Mann.
Darum geht’s: Jeder soll Spaß haben, für den Schlagerrap gibt es keine Altersgrenzen. Tream ist für alle da, insbesondere für die Bayern. Wenn er so weitermacht, gehört er bald zum bayerischen Kulturgut.A. RÖSL