Im Moment rettet ja der neue Eberhoferfilm „Steckerlfischfiasko“ wieder den bayerischen Kinos den Sommerumsatz. Die Bayern sitzen ja schon lange nicht mehr auf der Hausbank, um mit den Nachbarn zu ratschen. Da tut es der Gesellschaft vielleicht ganz gut, wenn sporadisch alle miteinander ins Kino gehen und einen schönen Schmarrn belachen.
Ob jetzt der neue Film ein guter oder schwacher Anlass für Gelächter ist, kann ja hinterher besprochen werden, zum Beispiel mit den Nachbarn. Im Idealfall haben da Flacherdler, Trachtlerinnen, Veganer, Prepperinnen, rechte Opas und Omas gegen Rechts zusammen einen netten Abend, ohne sich an den jeweils anderen zu stören. Schöner Schmarrn verbindet!
In dem neuen Film selbst wird zufällig auch kurz über Schmarrn nachgedacht. Der weiterhin wenig erwachsene Polizist Eberhofer und seine Freunde bemerken, dass es nicht mehr sooo lustig zugeht in ihrer Clique. Einige haben sogar zu golfen angefangen, was ja ein trauriges Symptom ist. Sie vermissen den gemeinsamen Schmarrn und fragen sich, ob sie jetzt nicht zu alt sind dafür. Dann beweisen sie sogleich und fast schon ein bisserl verzweifelt das Gegenteil, und zwar mit einer unvernünftigen Mofafahrt durch das schlafende Dorf bis ins Nichtschwimmerbecken.
„Des war ja a schöner Schmarrn!“, lautet im Bairischen manchmal das Urteil nach schlecht durchdachten Streichen oder sonstigen ausgelassenen jugendlichen Aktionen, aber auch nach wirren Theaterstücken oder depperten Filmen. Der Satz funktioniert aber nur als Vorwurf, wenn man das „schöner“ vorwurfsvoll betont. Man könnte stattdessen auch den „Schmarrn“ mit einem wertschätzenden Lächeln aussprechen, dann wird daraus echte Anerkennung für Unfug, vielleicht sogar Unvernunft.
Ob jetzt der Voltaire, der große Vorkämpfer der Vernunft, auch mit seinen Spezln nachts auf einem Mofa brüllend durch sein Dorf gefahren ist, ist nicht belegt, dieser Satz aber schon: „Das Überflüssige ist eine sehr notwendige Sache.“ Der Eberhofer und seine Spezln würden da nicht widersprechen.