Die Zukunft des Faschingsumzugs ist – anders als beim Tanz der Marktfrauen – nach wie vor ungeklärt. © Michaela Hartmann
Der Tanz der Marktweiber ist ein Höhepunkt am Faschingsdienstag in München. Das Spektakel soll nun doch nach zunächst ungeklärter Finanzierung stattfinden. © Peter Kneffel/dpa
Lange mussten die tanzenden Marktweiber zittern. Ihre Auftritte im Fasching standen vor dem Aus. Jetzt kam die erlösende Nachricht: Sie tanzen im Februar 2027 am Viktualienmarkt. Die Finanzierung des Spektakels ist gesichert. Rettung für die Marktweiber!
„Wir sind sehr froh und dankbar über die Zusage“, sagt Susi Müller, Sprecherin der tanzenden Marktfrauen. Lange war unklar, wie es für ihre Truppe weitergeht. „Es wäre schrecklich und traurig gewesen, wenn es nicht hätte stattfinden können“, sagt sie. Vor allem für die neuen Tänzerinnen wäre eine Absage enttäuschend. Nun können sie jubeln. Und Müller verrät: „Jetzt sind wir noch motivierter.“
Vorige Woche wurde bekannt, dass der Fasching in der Münchner Innenstadt auf der Kippe steht (wir berichteten). Wesentlicher Grund: Die Kosten für die Sicherheitsvorkehrungen steigen immer weiter, die Stadt will aber das Budget nicht erhöhen. Bei einem Ausfall wären Faschingsumzug, Straßenfasching und das Faschingstreiben am Viktualienmarkt betroffen. „Für uns war klar: Der Tanz der Marktfrauen darf auf keinen Fall fehlen“, sagt der CSU-Stadtrat und ehemalige Faschingsprinz Sebastian Kriesel.
Während der Tanz der Marktweiber gesichert ist, ist die Zukunft von Straßenfasching und Umzug offen. „Wir haben leider noch keine positiven Signale erhalten“, sagt Kriesel. Die Finanzierung muss seiner Meinung nach dauerhaft gesichert sein. „So schöne und kostenlose Veranstaltungen für alle muss es auch weiterhin geben.“ Spätestens Ende Oktober steht fest, wie es weitergeht. Notfalls wollen die Faschingsvereine mit Sponsoren den Fasching am Leben erhalten. „Einen kompletten Ausfall werden wir nicht akzeptieren“, sagt Kriesel.
Auch Sabine Kroiß, Sprecherin des Viktualienmarkts, war besorgt. „Ich hatte große Bedenken, dass der Tanz der Marktfrauen für immer verschwindet“, sagt sie. Kroiß versteht, dass die Kosten für die Sicherheit stark gestiegen sind. „Deswegen darf aber nicht eine Stadttradition verloren gehen.“ Kroiß blickt positiv in die Zukunft: „Ich bin zuversichtlich, dass wir alle zusammen für die weiteren Jahre Lösungen finden.“MARIE-THERES WANDINGER