Polizei-Geleit zum Baby-Glück

von Redaktion

Wehen bei der Autofahrt: Werdende Mutter bekommt Not-Eskorte

Happy End: Polizist Lars Bröer und Familie Kufner freuen sich, dass es der kleinen Jolie gut geht. Per Blaulicht und Martinshorn wurde die werdende Mutter im stockenden Verkehr ins Krankenhaus gebracht. © Marcus Schlaf

Diese Autofahrt vor drei Wochen werden weder Polizist Lars Bröer (28) noch das Paar Romy (38) und Maximilian Kufner (37) so schnell vergessen. Viel Verkehr, Baustellen, rote Ampeln – die Kufners kamen nur langsam voran. Und das ausgerechnet an jenem Abend, an dem es besonders schnell gehen musste. Romy Kufner erwartete ein Kind – und die kleine Jolie hatte es eilig …

Jolie ist das dritte Kind von Romy und Maximilian Kufner. Die beiden älteren Mädchen Lea (5) und Elina (3) waren gerade mit den Großeltern unterwegs, der Vater im Gartencenter. Gegen 16 Uhr bemerkte Romy Kufner ein erstes Ziehen, war sich aber noch gar nicht so sicher, ob die Geburt wirklich losgeht. Als die Wehen schließlich stärker wurden, eilte Maximilian Kufner nach Hause nach Waldperlach und das Paar machte sich auf den Weg ins Klinikum Harlaching, in das der Neuperlacher Kreißsaal im Dezember umgezogen ist.

Schnell war klar: Es pressiert! „Ich hatte alle zwei Minuten Wehen, und es hat schon ordentlich gedrückt“, erinnert sich Romy Kufner. „Im Auto hätte ich das Baby nicht bekommen wollen.“ Musste sie dann zum Glück nicht – auch dank der Hilfe von Lars Bröer.

Der Polizist wollte an der Naupliastraße gerade eine Fahrzeugkontrolle durchführen, als Maximilian Kufner an einer Ampel den Streifenwagen entdeckte. „Ich habe geschrien, dass das Baby kommt“, erinnert sich der 37-Jährige. Lars Bröer reagierte sofort. Er schaltete Blaulicht und Martinshorn ein und eskortierte die Kufners zur Klinik. „Die Rettungsgasse hat funktioniert“, sagt Bröer. An allen Autos vorbei ging es hinter dem Polizeiauto zur Notaufnahme.

Dort wurde das Paar bereits erwartet. Es war höchste Zeit. Das Baby hatte den Kopf gedreht, die Herztöne waren abgefallen. „Aber es ist alles gut gegangen“, freut sich Romy Kufner. Eine Dreiviertelstunde später um 20.14 Uhr war Jolie da. Für die Eltern war sofort klar: „Wir möchten uns bei dem Polizisten bedanken.“

Sie meldeten sich bei der Polizei. Jetzt hat die Familie Lars Bröer wiedergetroffen. Jolie und ihre beiden stolzen Schwestern bekamen Polizei-Teddybären. Und Polizist Lars Bröer freute sich besonders, die kleine Jolie kennenzulernen. „So etwas habe ich auch noch nie erlebt, das war eine einzigartige Erfahrung“, sagt er. „Das Happy End ist natürlich das Schönste.“CLAUDIA SCHURI

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