CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl. © Nikky Maier Photo
Auch das Begleitgrün hat bessere Tage gesehen.
Die Bäume in den Pflanztrögen sind verdorrt. Es wurde offenbar zu wenig gegossen. © Marcus Schlaf (2)
Der Viktualienmarkt gilt als Münchens gute Stube. Das Blumengießen hat die Stadt aber offenbar vergessen. Mehrere Bäume in den Pflanzentrögen sind verdorrt, auch das Begleitgrün der Platanen hat schon mal besser ausgesehen. Grund: unklar. „Nach Rücksprache mit der Fachfirma kann eine Ursache des Austrocknens aktuell nicht konkret geklärt werden“, teilen die Märkte München (MM) als Betreiberin mit. Die CSU im Rathaus ist sauer.
Ganz so günstig war das alles nämlich nicht. Erst 2023 war der Viktualienmarkt in einer großangelegten Aktion aufgemöbelt worden: 20 neue Pflanzentröge, sechs neue Dachplatanen, acht bunte Bänke, rund 80 Stühle und Hocker sowie 20 zusätzliche Fahrradständer und auch eine neue Beleuchtung waren angeschafft worden. Die Bäume dienten nicht nur der optischen Aufwertung, sie sollten auch Schatten spenden. Die Kosten beliefen sich auf insgesamt 700.000 Euro, teils gedeckt durch EU-Fördermittel.
Die Markthallen München hätten dem eigenen Bekunden zufolge bei der Anschaffung der Pflanzen eine Fachfirma für die regelmäßige Pflege der Dachplatanen sowie eine weitere Firma zur Bewässerung beauftragt. „Des Weiteren werden die Dachplatanen von einer Blumenhändlerin – bei Bedarf und beispielsweise starker Hitze – zusätzlich gegossen. Der Turnus zur Pflege wurde bereits erhöht.“ Gleichwohl herrscht nun Dürre – wohl auch wegen der hohen Temperaturen in den vergangenen Wochen.
Die Firma sei von den Märkten bereits kontaktiert worden, die Platanen nochmals kurzfristig zu begutachten. Die Kosten für den Mehraufwand könnten zum jetzigen Zeitpunkt nicht eingeschätzt werden. „Wir können aber versichern, dass die Märkte München an dem Thema dranbleiben und hoffen, dass sie sich schnellstmöglich erholen.“
Manuel Pretzl, CSU-Fraktionschef im Stadtrat, kann da nur mit dem Kopf schütteln: „Da ist sehr viel Geld in die Verschönerung des Viktualienmarktes geflossen. Dann muss sich aber auch jemand vernünftig darum kümmern.“ Pretzl ist sich sicher: „Die meisten Platanen sind nicht mehr zu retten. Mein Dank gilt der einen Händlerin, die tatsächlich selbst gegossen und damit zumindest einen Baum am Leben gehalten hat.“SASCHA KAROWSKI, MARIE-THERES WANDINGER