Bürger fordern Tempo beim Unionsbräu

von Redaktion

Au-Haidhausen: Marode Gaststätte weiter in der Diskussion – Machbarkeitsstudie fehlt

Das Unionsbräu ist dringend sanierungsbedürftig. © Schlaf

Rettet das Unionsbräu – mit diesem Appell gründeten Bewohner der Einsteinstraße 42 erst vor wenigen Wochen eine Bürgerinitiative (wir berichteten). Jetzt machte ein Anwohner seinem Unmut auch im Bezirksausschuss (BA) Au-Haidhausen Luft. Seit einem Wasserschaden im Jahr 2020 schimmelt das Gebäude der früheren Traditionsgaststätte vor sich hin. „Das Ganze wird nicht saniert, weder die Stadt München noch die Münchner Wohnen kümmert sich darum“, beklagte der Anwohner und befürchtet, dass die Stadt einen Verkauf der Immobilie plane.

Dass die Viertelpolitiker die Bürgerinitiative unterstützen, bekräftigte BA-Chef Jörg Spengler (Grüne) noch einmal. Aber: „Wir warten seit Längerem auf die vom Kommunalreferat avisierte Machbarkeitsstudie zu den Plänen für das Gebäude.“ Spengler schlug vor, das Anliegen an das Kommunalreferat und die Münchner Wohnen weiterzuleiten und auf Antwort zu drängen. „Wir können nicht verstehen, dass das Kommunalreferat die Räume leer stehen und die Bewohner im Ungewissen lässt“, sagte Lisa Sterzer (Grüne). „Wir als BA wollen, dass das Gebäude in städtischer Hand bleibt.“ Sterzer hofft, dass die Machbarkeitsstudie im Herbst vorliegt.

Auf Anfrage unserer Zeitung zu etwaigen Veräußerungsabsichten antwortet das Kommunalreferat: „Es gibt keine Verkaufsabsichten.“ Zu den Nutzungsoptionen für das ehemalige Unions-Bräu-Gebäude verweist Referatssprecherin Susanne Flügel auf die Machbarkeitsstudie, die noch nicht vorliege. Es solle eine nachfrageorientierte, zeitgemäße Nutzung gefunden werden, um die Flächen langfristig vermieten zu können.

Zu den Sanierungsmaßnahmen sagt Flügel: „Nach Beendigung des letzten Mietverhältnisses erfolgte zunächst eine Bestandsaufnahme, um die umfangreichen Gebäudeschäden zu erfassen.“ Eine Sanierung des Gebäudes sei erst möglich, wenn das Projekt in der benachbarten Seeriederstraße 18 bis Mitte 2028 abgeschlossen sei, weil die beengte Situation vor Ort keine weitere Baustelleneinrichtung zuließe.

Die Initiative (BI) wünscht sich indessen mehr Informationsfluss von der Stadt. Sie zeigt sich in einer Presseerklärung „überrascht und irritiert, dass die betroffenen Bürgerinnen und Bürger wesentliche Informationen über den Fortgang des Verfahrens bislang immer wieder nur häppchenweise und über unterschiedliche Quellen erfahren“. Die BI will deshalb im Herbst eine Infoveranstaltung anberaumen, zu der auch Vertreter des Kommunalreferats geladen werden sollen.

Und: Im Keller dürfe die Stadt zum Schutz der Bewohner und zur Verhinderung weiterer Schäden nicht warten, bis eine Machbarkeitsstudie vorliegt oder 2028 die Sanierung begonnen werden kann. Der Grund: „Nach den uns vorliegenden Rückmeldungen sind dort inzwischen Schimmelbildungen von bis zu etwa zwei Zentimetern Höhe sichtbar.“LSW,AND

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