Preysing-Karree: Bürger machen Druck

von Redaktion

Haidhausen: Bezirksausschuss plant Versammlung mit Investor und Stadtvertretern

Die Pläne für das Preysing-Karree – hier Häuser an der Preysingstraße – verunsichern die Anwohner. © Google Maps

Die Zukunft des Preysing-Karrees und die Planungen des privaten Investors aus Frankfurt bewegen die Anwohner in Haidhausen. Sie befürchten den Bau von hochpreisigen Wohnungen auf dem Areal und bangen um den Erhalt des dort befindlichen Kinderheims. Erregte Bürger forderten deshalb beim Bezirksausschuss (BA) Au-Haidhausen eine Einwohnerversammlung – auch um politischen Druck auf den Stadtrat auszuüben. Nach kontroverser Diskussion sprach sich der BA dafür aus, im Herbst eine Veranstaltung zu organisieren. Auch der Investor und ein Repräsentant der Lokalbaukommission der Stadt sollen den Anwohnern dann Fragen beantworten, so plant es der BA.

Das Preysing-Karree umfasst das Gebiet Preysingstraße 21–25, Preysingplatz 14 und Eggernstraße 4–6. Dort waren 150 Jahre lang das St.-Josefs-Alten-und Pflegeheim sowie ein Kinderheim mit Kita beheimatet. Ende 2023 musste der Träger, der St.-Josefs-Verein, wegen Personalmangels erst das Pflegeheim schließen und meldete danach Insolvenz an. Im März 2025 verkaufte der Verein die Grundstücke an den Investor Peakside Capital aus Frankfurt.

Jetzt stellte der neue Eigentümer erstmals die Pläne für das Preysing-Karree bei einer Sondersitzung des BA-Unterausschusses Planung und Wohnen vor. Ergebnis laut der Unterausschuss-Vorsitzenden Lena Sterzer (SPD): Das Haus für Kinder soll in vollem Umfang bestehen bleiben. Der neue Betreiber, die VFS-Stiftung, habe mit dem Investor einen Mietvertrag für 15 Jahre abgeschlossen. Noch nicht gesichert sei dagegen die Zukunft des Kinderheims an der Preysingstraße. Der Investor habe aber ein klares Statement abgegeben, dass Räumlichkeiten für Kinder geschaffen würden, betont der BA-Vorsitzende Jörg Spengler (Grüne). „Uns ist es sehr wichtig, dass die Kinder vor Ort bleiben können“, erklärte Sterzer im Gespräch mit unserer Zeitung und fügte hinzu: „Wir hätten gern ein Gesamtkonzept, wie es mit der Anlage weitergeht“.

Dazu hatte der Unterausschuss Forderungen gegenüber dem Investor formuliert. So soll der Erhalt des Hauses für Kinder, der Heilpädagogischen Tagesstätte und des Kinderheims langfristig und dauerhaft gesichert sein, indem die soziale Nutzung baurechtlich festgeschrieben wird. Zudem solle bezahlbarer Wohnraum mit einem Anteil an gefördertem Wohnraum realisiert werden. Auch die Beteiligung der Nachbarschaft fordert der BA.

Ob dies zielführend ist, bezweifelte Nikolaus Haeusgen (CSU) bei der hitzigen Diskussion: „Wir haben uns als BA extrem für das Projekt engagiert, aber eine Einwohnerversammlung, bei der nichts herauskommt, bringt nicht viel“, erklärte er mit Verweis darauf, dass sich das Areal nicht im Besitz der Stadt, sondern eines privaten Investors befindet. Heftiger Widerspruch dazu kam von den Anwohnern und von Brigitte Wolf (Linke): „Wir müssen das Thema auf die politische Ebene des Stadtrates bringen.“ Auch mehrere Vertreter der Grünen sprachen sich klar für eine Einwohnerversammlung aus, um „Druck auf den Investor im Sinne einer direkten Demokratie auszuüben“.LILIAN-SUSAN WILKE

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