Nachdem die Hitze nun endlich vorbei ist, soll hier noch mal in Erinnerung gerufen werden, dass einige Menschen sich, trotz mahnender Aufrufe aus dem Gesundheitswesen, völlig unvernünftig verhalten haben. Wenn schon mal von Sport abgeraten wird, dann sollte man sich doch dran halten, zum Beispiel Marathon radelnde Seniorinnen oder joggende Selbstoptimierer in brütender Sonne. Das ist doch längst Extremsport, wenn Menschen sich solche Aufgaben stellen, wie: „Ich renne jetzt mal eine Stunde bei 36 Grad herum. Bin gespannt, ob ich das überlebe.“ Vielleicht ist der Adrenalinschub dabei ähnlich erfreulich, wie wenn man über Gletscherspalten hechtelt, aber ab einem gewissen Alter ist doch das Betrachten der Serie „Frühling“ eine völlig ausreichende Nahtod-Erfahrung.
Kleinere sportliche Herausforderungen bereichern hingegen wirklich den Alltag. Manchmal führen sie zu einem Triumph, von dem man sein Leben lang erzählen kann, auch wenn es wirklich gar keinen interessiert: Mein Bruder zum Beispiel ist einmal zwei Kilometer bis zur Schule auf Stelzen gelaufen und kommt immer wieder gerne darauf zu sprechen. Danach hat er übrigens, so weit ich weiß, nie wieder Sport getrieben. Wozu auch? Er hatte schon alles erreicht.
Ich selbst habe mir in meiner Zeit als Filmvorführer mehrfach eine Challenge gesetzt, auch wenn das damals niemand so genannt hätte. Es ging darum, nach der Arbeit durch das nächtliche München zu radeln, von der Münchner Freiheit bis an das Ende Klenzestraße, und zwar ausschließlich freihändig. Falls nun irgendwer seine Anzeige-App aktivieren möchte: All diese Wiederholungstaten sind längst verjährt und außerdem hab ich es sowieso nie ganz geschafft. Spätestens beim Viktualienmarkt kommt man da ganz schön ins Eiern.
Die zufälligen Triumphe sind übrigens eh die Allerschönsten. Ungefähr in der B-Jugend ist es mir gelungen, bei einem Hallenturnier den Ball weit über meinen Kopf nach hinten zu bugsieren, woraufhin er dann direkt im Basketballkorb gelandet ist. Das hat mir einen stürmischen Applaus eingebracht, von der eigenen Mannschaft, vom Publikum und sogar von einigen Gegenspielern. Es war einerseits angenehm, dass meine Leistung anerkannt wurde, andererseits war es ein Fußballturnier.
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