Zu rockig für die Oide Wiesn

von Redaktion

Boandlkramerei: Stadt bewertet Band von Roland Hefter negativ

Das Festzelt Boandlkramerei auf der Oidn Wiesn.

Liedermacher Roland Hefter spielt heuer nicht in der Boandlkramerei. Seine Band Isarrider (Foto o. re.) ist dem Bewertungsgremium der Stadt zu rockig. © Hangen, Thedens, privat

Da ist Musik drin: Roland Hefter, Liedermacher und SPD-Stadtrat, darf nicht auf die Oide Wiesn. Der Grund: Er ist der Stadt zu rockig! Aber der Reihe nach.

Auf der Oidn Wiesn gibt es Zelte mit Kulturprogramm. Das stellen die Betreiber zusammen. Hefter hatte mit seiner Band Isarrider (die spielen Rockmusik auf Bayerisch) 2025 im Musikantenzelt Boandlkramerei gespielt. Das Problem: Das Kulturreferat, das Punkte für das Kulturprogramm der Zelte vergibt, habe die Band laut Hefter negativ bewertet. „Wir spielen Rockmusik. Und die fällt nicht unter bayerische musikalische Volkskultur“, sagt der 58-Jährige.

Da bei der Vergabe der Zelte aber jeder Punkt zählt, hätten sich Hefter und Wirt Peter Schöniger dafür entschieden, auf einen Auftritt von Isarrider zu verzichten. Die Band wurde nicht mehr angefragt. „Er wollte für 2026 kein Risiko eingehen.“ Bekanntlich hatte sich Schöniger bei der Vergabe des Platzes auf der Oidn Wiesn erst vor zwei Jahren nur knapp gegen Beppi Bachmeier mit seinem Herzkasperlzelt durchgesetzt …

Besonders skurril findet Hefter: „Spiele ich dieselben Lieder allein mit der Gitarre als Volkssänger, werde ich positiv bewertet. Mit Isarider nicht.“ Auf Nachfrage habe ihm das Referat mitgeteilt, dass es sich bei Isarrider um eine Rockband mit E-Gitarren handle. „Meine Frage, ob es mit Akustikgitarre anders wäre, wurde verneint. Dann sei es eben Rockmusik mit Akustikgitarre, hieß es.“

Für Hefter hat dieses Kulturverständnis mit der musikalischen Realität Bayerns wenig zu tun. „Bayerische Kultur ist heute auch Pop, Rock, Jazz, Rap und Hip-Hop – gerade wenn unsere Sprache und unser Dialekt darin weiterleben.“

Hefter sitzt als Stadtrat selbst in dem sogenannten interfraktionellen Arbeitskreis, der die Vergabekriterien für die Oide Wiesn mitbestimmt. „Für 2027 haben wir eine Änderung erreicht: Im Musikantenzelt soll es zwei Slots für moderne bayerische Musik geben. Dort soll nicht mehr der Musikstil entscheidend sein.“

Die Stadt hatte der Boandlkramerei beim Kulturprogramm heuer schon mal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wie berichtet, hatte man dem Wirt nahegelegt, die tägliche Kurzaufführung des „Brandner Kaspar“ zu streichen, weil sie nicht zum Musikantenzelt passe. Das Stück läuft inzwischen nicht mehr.SASCHA KAROWSKI

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