Es tut mir wirklich leid, dass Sie schon wieder über das „leidige“ Thema lesen müssen, aber ich kann da nur ganz schwer an mich halten und möchte, muss und will auch was dazu sagen beziehungsweise schreiben. Mein Teufelsrad, ja gut, es ist nicht wirklich in meinem Besitz, aber ich habe dieses Fahrgeschäft zumindest seit Jahrzehnten im Herzen.
Es gab und gibt keinen Wiesn-Besuch, schon in meiner Kindheit, ohne Besuch des Teufelsrads. Also darf ich von einer (ich habe bestimmt dreimal nachgerechnet) über 50-jährigen „Besuchserfahrung“ sprechen. Das „Rad des Anstoßes“ habe ich immer nur aus der Ferne gesehen und als Orientierung genutzt. Beim Näherkommen war mein Fokus auf dem Kassenhäuschen und der davorstehenden Warteschlange.
Auf dem Oktoberfest ist es nämlich generell nicht ratsam, den Blick nur nach oben zu richten, weil das eventuell zu leichten Kollisionen mit anderen Besuchern führen kann, die ebenfalls die Nase gen Himmel recken. Ich wusste also gar nicht, wie viele und welche Figuren sich da oben drehen, geschweige denn wie diese aussehen. Jetzt weiß ich es. Wie sie 80 Jahre lang ausgesehen haben und wie sie die nächsten 80 Jahre wahrscheinlich auszusehen haben. Das haben wir der Gleichstellungsstelle für Frauen und der Fachstelle für Demokratie der Stadt München zu „verdanken“.
Jetzt wurden den Figuren Schuhe aufgemalt, Oberteile und Radlerhosen hingepinselt. Kein Rock ist mehr zu kurz, kein Ausschnitt zu tief und kein Fuß zu bar. Den Vorschlag, dass sich doch auch noch ein Mann mitdrehen sollte, wird man ja hoffentlich der Betreiberin überlassen. Auch da kann ich mir nicht vorstellen, dass sich auch nur überhaupt ein einziger Mann benachteiligt fühlt, wenn sich kein „er“ auf der obigen Scheibe dreht. Wichtiger ist es doch, sich auf der inneren zu beweisen und nicht als Erster runterzurutschen.
Ich bin gespannt, was diesen beauftragten Damen noch alles an „Gleichstellung“ einfällt. Jetzt mal nur auf die Wiesn bezogen. Mir ist sofort unsere Bavaria eingefallen. Was bin ich froh, dass sie weitgehend züchtig bedeckt, also ziemlich angezogen ist. Aber mit Entsetzen habe ich festgestellt, dass sie keine Schuhe trägt – sie steht barfuß auf ihrem Sockel! Hoffentlich gibt es jetzt keine überambitionierten, gleichstellen wollenden Damen, die meinen, kein Weibsbild dürfe barfuß abgebildet werden, weil es sich dabei sogar um kulturelle Aneignung handeln könnte. Ich beantrage hiermit ab sofort Sicherheitskräfte, die unsere Schutzpatronin vor gleichstellender Schuhmalerei beschützen!