Christoph N. muss sich vor Gericht verantworten. © JANTZ
Laut Staatsanwaltschaft betreibt er Münchens „größtes Laufhaus“ – doch mit den Finanzen soll Chris N. (44) es nicht so genau genommen haben. In der Pandemie beantragte er insgesamt 1,2 Millionen Euro an staatlichen Hilfen, um ein Bordell zu sanieren. Zu Unrecht, wie ihm die Anklage vorwirft!
Denn der Rotlicht-Boss hatte falsche Angaben gemacht, um die Gelder zu bekommen. Mutmaßlich sind Umsätze von 500.000 Euro verschleiert worden. 700.000 Euro dagegen wurden vom Freistaat an Chris N. ausgezahlt. Das Geld soll er nun zurückzahlen.
Über seinen Verteidiger Andreas Remiger räumte Chris N. die Vorwürfe weitgehend ein. Er habe aber nicht bewusst betrogen, beteuerte er vor Gericht. Wegen Subventionsbetrugs droht ihm nun sogar eine Haftstrafe. Richterin Andrea Wagner kennt sich mit solchen Fällen aus. Sie hatte bereits Alfons Schuhbeck hinter Gitter geschickt, der ebenfalls staatliche Hilfen in der Coronazeit illegal abgezockt hatte, um seine Unternehmen noch vor der Insolvenz zu retten – was scheiterte. Ähnlich wie bei Schuhbeck geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass N. sein Firmengeflecht zur Umsatzverschleierung genutzt hat.ANDREAS THIEME