Wir lassen nochmal die Puppen tanzen

von Redaktion

Die besten Tipps zum Ferien-Finale: Museumsbesuch, Pferde und mehr

Yvonne Rarregar (26) und Vater Karel Steur (70) sind aus Amsterdam angereist und begeistert. © Martin Hangen (3)

Helena Steiger vor einer lebensgroßen Barbie. Eine neue Sonderausstellung ist schon in Planung. Besucher lieben zudem einen sehr alten Steiff-Teddy und das seltene russische Riesenrad. © Klaus Haag

Die Sommerferien dauern noch bis 13. September. Bis dahin gibt es noch einiges zu erleben und zu erkunden! Zum Beispiel Spielzeug aus vier Jahrhunderten: Das Spielzeugmuseum im Turm des Alten Rathauses fällt nicht besonders auf, ist aber ein gutes Ausflugsziel für alle, die ihren Kindern oder Enkeln zeigen wollen, womit kleine Leute im 19. und 20. Jahrhundert gespielt haben. Zu den Exponaten gehören Puppen, Eisenbahnen, Dampfmaschinen und viele Sehnsuchtsobjekte mehr, darunter auch Modernes wie Barbies oder Star-Wars-Figuren. Wer durch die vier Stockwerke spaziert, erlebt die Geschichte der Spielzeuge in allen Facetten.

Seit 1983 ist die Sammlung von Ivan Steiger öffentlich zu sehen. Der Künstler und Filmemacher ist vergangenes Jahr nach einem Sturz verstorben. Nun haben seine Töchter Helena (62) und Johanna (55) Steiger das Privatmuseum geerbt, das sie sowieso schon seit dem Tod der Mutter 2019 leiten.

Helena Steiger erzählt: „Mein Vater war ein leidenschaftlicher Spielzeugsammler. Er erstand über viele Jahre sehr alte Spielsachen von 1800 bis 1960. Wir sichten zurzeit die komplette Kollektion, sind überrascht, wie riesig sie ist.“ Sobald man sich ein Bild gemacht habe, könne man über ein Konzept für eine neue Sonderausstellung nachdenken. Eine Arbeit, die in aller Regel Johanna Steiger übernimmt. Sie ist die Kuratorin und Kreative, Helena Steiger die Organisatorin und Buchhalterin.

Die Besucher reisen teils von weit an, um die Spielsachen der Sammlung Steiger zu sehen. Ein seltenes russisches Riesenrad etwa, zu dem laufend Anfragen eingehen. Einer der ältesten Steiff-Bären überhaupt. Oder ein seltenes Modell des Eingangs von Hagenbecks Zoo. Auch unsere Reporter treffen im Museum Besucher aus der Ferne. Etwa Yvonne Rarregar (26) und ihren Vater Karel Steur (70), beide begeistert von historischen Dingen. „Wir kommen aus Amsterdam, sind zum ersten Mal in München“, erzählt die Tochter. „Mir gefallen die Disney-Figuren, mit denen ich als Kind früher selbst gespielt habe.“ Oder Familie Brylka aus Nordrhein-Westfalen. Ihr neunjähriger Sohn Leon interessiert sich für die Eisenbahnen, die Mutter für die Damenabteilung. „Die Puppenausstellung ist wirklich sehenswert, besonders das Puppenhaus“, sagt Malgiorzata Brylka (44). Helena Steigers Lieblingsspielzeug? „Das Blechpferd mit den Glöckchen, das ich von meinem Vater bekommen habe.“

Wer sich ins Museum aufmacht, bekommt am Eingang für den Eintrittspreis von acht Euro (Kinder: drei Euro) einen kostenlosen, dreisprachigen Audioguide mit auf den Weg. Geöffnet ist von Montag bis Sonntag jeweils von 10 bis 17 Uhr.TIMO BETZ, ISABEL WINKLBAUER

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