Die Baustelle in Ramersdorf wird wohl noch bis Mitte Dezember bleiben. © Oliver Bodmer
Eigentlich sollte die Baustelle auf der Busspur an der Ecke Rosenheimer-/Anzinger Straße bereits Ende August beendet sein. Seit Mai arbeiten die Stadtwerke München (SWM) dort am Stromnetz. Der Bus muss deshalb die letzten Meter vor der Kreuzung auf die Straße ausweichen, die für die Autofahrer deswegen an dieser Stelle verengt ist. Alles lief planmäßig, doch dann kam der 29. Juni und machte allen Plänen einen Strich durch die Rechnung.
Denn an diesem Tag gab es in München Starkregen. Dabei lief die zu diesem Zeitpunkt noch offene Baugrube in Ramersdorf mit der nagelneuen Starkstromleitung voll. Da derart freigespülte Leitungen durch rutschendes Erdreich stark mechanisch belastet, geknickt oder sogar abgerissen werden können, war danach klar: Aus Sicherheitsgründen muss die Leitung wieder raus.
Doch Starkstromkabelstücke können nicht einfach so ausgetauscht werden, sie werden speziell für die Situation vor Ort angefertigt. Lieferzeit für die Neubestellung: Oktober. Im November könnte das Kabel dann wieder eingebaut werden, aktuell ist die Fertigstellung für Mitte Dezember geplant.
Zwischenzeitlich habe es die Überlegung gegeben, ob man die Baugrube nicht vorübergehend schließe, so ein Stadtwerkesprecher auf Anfrage unserer Zeitung. Doch eine vorläufige Verfüllung, die auch den Busverkehr trägt, würde etwa vier Wochen dauern. Weil auch das erneute Aufgraben so lange dauern würde, müsste man bereits im September wieder damit beginnen. Das wäre nicht effizient.
„Das ist alles sehr aufwendig und mit vielen Abhängigkeiten verbunden“, erklärt der SWM-Sprecher. Man baue an starken Verbindungen innerhalb des Stromnetzes. „Da hängt deutlich mehr dran als nur eine Lampe.“ So befinden sich beispielsweise ganz in der Nähe dieses Verbindungspunktes der Chiphersteller RF 360 Europe, das Deutsche Patentamt und schon bald auch Siemens.ICK