Pepe-Dome im Ostpark soll bleiben

von Redaktion

Baugenehmigung für Kuppelzelt fehlt noch – Debatte um Finanzierung des Projekts

Der Pepe-Dome im Ostpark soll zur dauerhaften Spielstätte für ein Künstlerkollektiv werden. © Oliver Bodmer

Seit einem Jahr steht im Ostpark-Theatron ein sehr spezielles Bauwerk: eine sogenannte geodätische Kuppel. Die 8,50 Meter große, halbkugelförmige Konstruktion besteht aus einem Verbund von Dreiecken, die sich gegenseitig stützen und so die Stabilität des Baus gewährleisten – ohne störende Pfosten im Innern. Aufgestellt wurde dieser Geodome im August 2025 eigentlich als temporäre Spielstätte für das Münchner Pepe Arts Kollektiv. Doch nun soll eine dauerhafte Spielstätte daraus werden.

Das Pepe Arts Kollektiv, ein zeitgenössisches Zirkusprojekt, benötigte seinerzeit dringend einen Probe- und Trainingsort. Weil man aber keinen anderen, möglichst dauerhaften Platz für den fliegenden Bau im Stadtbereich gefunden hat, soll aus der Übergangs- nun eine Dauerlösung werden – zumindest für die nächsten drei Jahre.

Seit der Stadtrat im April die Weiternutzung beschlossen hat, wartet der Dome jedoch auf die notwendige offizielle Baugenehmigung für das bereits aufgestellte Kuppelzelt. Derzeit tüftelt die Lokalbaukommission noch daran. Währenddessen greift eine Ausnahmeregelung, die normalerweise nur auf maximal vier Wochen beschränkt ist. Schließlich sollen städtische Grünanlagen zur Erholung der Bürger dienen und daher von Einbauten freigehalten werden.

Doch der Pepe-Dome im Ostpark-Theatron ist ausdrücklicher Wille des Stadtrats. Es muss jedoch sichergestellt sein, dass das Zelt auch wirklich für Künstler und Festivals des zeitgenössischen Zirkus genutzt wird, betonen KVR und Kulturreferat. Bis vor Kurzem bot sich der Pepe-Dome auf seiner Webseite aber auch als „einzigartige Location für Ihre Corporate Events“ an. Die geodätische Kuppel im Ostpark kombiniere spektakuläre Architektur mit professioneller Event-Infrastruktur, hieß es da. Möglich seien hier „Firmenweihnachtsfeiern, Jubiläen, Produktlaunches und Kundenevents in einzigartiger Dome-Atmosphäre“ für bis zu 200 Gäste.

Das Kreisverwaltungsreferat teilt auf Nachfrage mit, dass jede Veranstaltung im Pepe-Dome angemeldet und geprüft werden müsse. Erlaubt würden aber gemäß Stadtratsbeschluss nur Veranstaltungen mit Schwerpunkt auf zeitgenössischem Zirkus, Tanz, Theater, Musik und Kultur. „Firmenfeiern, Produktlaunches oder Kundenevents kann das Veranstaltungsbüro nicht genehmigen, da sie nicht in diese Bereiche fallen.“

Zudem dürfe die Pepe-Gastronomie keinen Alkohol ausschenken beziehungsweise brauche dafür eine Extra-Genehmigung. Kurz nach unserer Anfrage läuft der Business-Link auf den Pepe-Dome-Seiten plötzlich ins Leere und die Werbung ist verschwunden. Doch die Künstler brauchen einfach auch Geld. Zu Jahresanfang war es bereits zu einer hitzigen Diskussion zwischen dem Bezirksausschuss (BA) Ramersdorf-Perlach und der Stadt wegen eines Antrags der Pepe-Shows auf einen 10.000-Euro-Zuschuss aus dem BA-Budget gekommen. Begründung: Die Finanzierung des Projekts durch die Stadt reiche nicht aus. Der BA genehmigte damals zwar das Geld, erklärte aber deutlich, dass man künftig nicht für den Betrieb des Domes zahlen wolle. Da die Stadt beziehungsweise der Stadtrat das Projekt in den Ostpark gesetzt hätten, müssten sie auch dafür sorgen, dass es finanziert werde.

Das städtische Kulturreferat hat bislang nur einzelne Veranstaltungen gefördert und im Jahr 2025 den Aufbau, Veranstaltungstechnik, den Betrieb anteilig sowie die Beauftragung eines Architekten zur Erstellung eines Bauantrages bezuschusst. Sollte der Betrieb nicht vollständig aus Mieteinnahmen, Spenden und Drittmitteln finanziert werden können, würden im Kulturreferat „Möglichkeiten einer zeitlich befristeten Unterstützung“ geprüft, heißt es pauschal im Stadtratsbeschluss. Schwierig angesichts der angespannten Haushaltslage im Rathaus.CARMEN ICK-DIETL

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