Korbinian S. (69) klagt am Landgericht München I. © JANTZ
War es ein medizinischer Kunstfehler oder einfach böses Pech? Fakt ist jedenfalls: Korbinian S. (69) sieht nur noch drei Prozent auf seinem linken Auge – als Taxifahrer kann er so nicht mehr arbeiten. Und verklagt nun seinen Augenarzt am Landgericht.
Der nämlich hatte S. seit dem Jahr 2021 insgesamt neun Spritzen direkt ins Auge verabreicht, um eine Netzhauterkrankung zu behandeln. Danach kam es aber zu einer folgenschweren Infektion, wie der Taxler vor Gericht erklärte. „Nach der letzten Injektion im September 2022 verschlechterte sich der Zustand des linken Auges dramatisch, es erblindete fast vollständig. Räumliches Sehen ist nicht mehr möglich“, sagt Korbinian S.
Fünfmal musste er nach eigenem Bekunden notoperiert werden. 142.000 Euro Schmerzensgeld fordert S. jetzt über seine Fachanwältin Veronika Speicher von dem Arzt, weil er nicht richtig aufgeklärt worden sei. Der Mediziner weist unterdessen die Vorwürfe zurück: „Die Spritzen mussten sein“, erklärt er. Sonst hätte sich die Krankheit verschlechtert. Ohne Risiko sei die Behandlung jedoch nicht. Ein Urteil in dem Fall steht noch aus.A. THIEME