Was jetzt alles für die Tonne ist

von Redaktion

Neue Müllregeln in München: Für Bauschutt fallen Gebühren an

Eröffnen den Wertstoffhof in Steinhausen: (v.li.) Edwin Grodeke vom AWM, Bürgermeisterin Mona Fuchs und Iris Lemke vom Baureferat. © Oliver Bodmer

Die Müllentsorgung der Zukunft ist barrierefrei: Mit Schwung und ohne vorheriges Treppensteigen schmeißt Mona Fuchs einen Karton in einen abgesenkten Container. Zuschauer klatschen. „Ob eine Stadt funktioniert, zeigt sich auch an Orten wie diesen“, sagt Münchens Bürgermeisterin. Ein Wertstoffhof sei eine wichtige Infrastruktur, die nicht viel Aufmerksamkeit bekomme, ohne die im Alltag aber nichts laufe. Und wo Materialien recycelt werden.

Mit diesen Worten eröffnete Fuchs nun den umgebauten Wertstoffhof in Steinhausen. Gemeinsam mit Edwin Grodeke, Leiter des Kommunalreferats und des Abfallwirtschaftsbetriebs München (AWM), sowie Iris Lemke, Leitende Baudirektorin des Baureferats, durchschnitt sie das Einweihungsband.

Die Sanierung kostete rund 24 Millionen Euro. „Wir sind ein bisschen darunter geblieben“, sagte Lemke. Die Bauzeit betrug drei Jahre. Allerdings hatte sich die Fertigstellung um gut ein Jahr verzögert. Das liegt laut AWM daran, dass angrenzende Baumaßnahmen der SWM und der Deutschen Bahn zur Errichtung der zweiten Stammstrecke berücksichtigt werden mussten.

Das Besondere: Der Ersatzneubau an der Truderinger Straße 2a ist der erste weitgehend barrierefreie Wertstoffhof in München. Und er gehört, neben den Standorten in Langwied (Mühlangerstraße 100) und Freimann (Lindberghstraße 8a), zu den sogenannten Wertstoffhöfen plus. Diese zeichnen sich durch mehr Kapazitäten aus. Und hier kommt ab 15. September eine entscheidende Neuerung auf Bürger zu: Ab diesem Stichtag wird Bauschutt aus Privathaushalten nur noch an diesen drei Wertstoffhöfen plus angenommen. An den restlichen neun ist das nicht mehr möglich. Außerdem ist die Abgabe von Haushaltsbauschutt, die bislang kostenlos war, künftig gebührenpflichtig. Für gewerbliche Anlieferungen galt das schon. Für Privatleute heißt das konkret: Pro Eimer à 10 Kilogramm fallen 2,46 Euro an. Wer mehr als zehn Eimer Bauschutt abgeben möchte, zahlt pauschal 36,87 Euro. Ab 200 Kilo werden anteilig zum Tonnenpreis 245,82 Euro verlangt.

Laut Vize-AWM-Werkleiterin Sabine Schulz-Hammerl müssen Bürger künftig zahlen, da der Bauschutt häufig mit gefährlichen Stoffen wie Asbest verunreinigt ist. Deren Entsorgung verursache hohe Kosten, die durch schärfere Vorgaben des bayerischen Umweltministeriums steigen. Zu Bauschutt zählen zum Beispiel ausgehärteter Mörtel, Putz, Gips, Beton, Steine, Ziegel, Sand oder feuerfestes Glas aus Kaffeekannen. Auch Keramik, Porzellan aus Toilettenschüsseln oder Waschbecken gehören dazu. Oder Fliesen und Zementreste. In Steinhausen kann dieser Bauschutt nun abgegeben werden. Bürgermeisterin Fuchs hatte noch einen Wunsch für die Stadt: ein weiterer, vierter Wertstoffhof plus im Münchner Süden. Bislang noch Zukunftsmusik: Im Moment sei kein geeignetes Grundstück in Sicht.MARLENE KADACH

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