Rocker im Ausflugsparadies

von Redaktion

Langwieder See: Hells Angels eröffnen ein neues Klubhaus

Das Klubhaus befindet sich südlich des Langwieder Sees und des Lußsees (o.).

Die Hells Angels wurden 1948 in Kalifornien gegründet und sind einer der bekanntesten Motorradklubs der Welt.

Ein Zeichen an der Wand des Klubhauses zeigt, dass „Munich City“, ein Charter der Hells Angels, hier eingezogen ist. © Achim Schmidt, Martin Weis/FNP

Der Parkplatz südlich des Langwieder Sees ist an schönen Tagen voller Autos und Radl. Jetzt stehen auch jede Menge Motorräder dort – von den berüchtigten Hells Angels.

Die Rocker haben am Ausflugsparadies im Münchner Nordwesten ein neues Klubhaus eröffnet. Dort sitzt jetzt das Charter „Munich City“, eine der drei lokalen Abteilungen der Motorradgang. Früher war in dem Gebäude ein Gasthaus mit Biergarten – das ehemalige „Brückerl“. Jetzt hat „Munich City“ das Gebäude gepachtet. Auf Anfrage wollte sich das Charter nicht dazu äußern. Der Pächter ebensowenig.

Laut dem zuständigen Kommissariat 33 der Polizei sind die Hells Angels schon länger dort – am Samstag wird das Klubhaus offiziell eröffnet. Die Polizei hat das im Blick, so ein Sprecher auf Anfrage. Es sei in München üblich, dass Rockergruppierungen die Polizei über geplante Veranstaltungen informieren. „Nach den vorliegenden Informationen handelt es sich um eine private Feier mit etwa 150 bis 200 geladenen Gästen aus dem Motorrad- und Rockermilieu.“ Probleme erwarten die Ermittler nicht: „Vergleichbare Veranstaltungen des Charters ,Munich City‘ verliefen in der Vergangenheit ohne sicherheitsrelevante Vorkommnisse.“

Von außen ist nicht zu erkennen, dass hier einer der weltweit bekanntesten Rocker-Klubs gastiert. Die Symbole der Hells Angels sind seit 2014 in Bayern verboten. Sie dürfen deshalb nicht öffentlich gezeigt werden – etwa auf den Kutten der Mitglieder. Dazu zählen der Schriftzug „Hells Angels“ und der Totenkopf mit Flügeln. Am Biergarteneingang steht deshalb nur „Munich City“ – der Name des Charters.

Dieses „Kuttenverbot“ kommt nicht von ungefähr: Viele Hells Angels sehen sich laut Verfassungsschutz bewusst als Gesetzlose (s. Kasten). Laut Behörde gehören einige Mitglieder solcher Rockerklubs gar der Organisierten Kriminalität an. „Zu den typischen Deliktsfeldern, auf denen diese Gruppierungen aktiv sind, gehören unter anderem Rauschgifthandel sowie Rotlicht- und Gewaltkriminalität.“

Laut Polizei gibt es in München die Charter „Munich City“, „Munich Central“ und „Munich Area“ – wie viele Mitglieder sie haben, hält das K33 geheim. „Dabei sind einzelne Personen aus dem Rockermilieu und dessen Umfeld Gegenstand von Ermittlungen wegen Drogen-, Gewalt- und Erpressungsdelikten.“ Seit Juni steht ein ehemaliger Boss der Hells Angels wegen Körperverletzung vor Gericht. 2025 waren mehrere Mitglieder wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht gekommen. Sie sollen 2020 andere Rocker am Nordfriedhof mit einem Transporter angefahren und mit Messern verletzt haben.THOMAS GAUTIER

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