Die Sanis zeigen den neuen Defibrillator. © Götzfried
Die Wiesn-Besucher noch besser medizinisch versorgen – und sich selbst dabei auch sicherer fühlen. Mit diesen Zielen startet das Team der Aicher Ambulanz morgen in einer Woche in den Oktoberfest-Einsatz. Es ist die siebte Wiesn für die Aicher-Einsatzkräfte und dafür wurde nicht nur ein besonderer Defibrillator angeschafft. Rund 70 Personen aus dem 430-köpfigen Wiesn-Team haben kürzlich auch ein Eigenschutztraining absolviert. Eine Premiere. „Und das kam supergut an“, sagte Sprecher Julian Tanzer am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. Die Teilnehmer sind nun auf verbale Deeskalation in brenzligen Situationen vorbereitet und auch darauf, sich gegen mögliche Angriffe verteidigen zu können.
Seit Jahren steigt die Zahl der verbalen und körperlichen Attacken auf Rettungskräfte, Feuerwehr und Polizisten bundesweit. Auf dem Oktoberfest 2025 habe es zwei Übergriffe gegeben, sagte Michel Belcijan. „Zwei zu viel.“ Belcijan hat im Juli mit Ralf Kuchenbuch die Geschäftsführung übernommen. Gründer Peter Aicher ging in den Ruhestand.
„Die Mitarbeiter sind alle geschult, die Lager sind voll mit medizinischem Material. Theoretisch kann es losgehen“, sagte Belcijan. Die Klinik im Servicezentrum hinter dem Schottenhamel-Zelt verfügt erstmals über zwei Laborgeräte, die Blutwerte analysieren können. So könne das Rettungsteam etwa Herzinfarkte erkennen, erklärte er. Außerdem steht mit dem Lifepak 35 ein moderner Defibrillator zur Verfügung. Damit kann der Zustand des Patienten technisch analysiert und überwacht werden, während gleichzeitig eine Herz-Lungen-Massage durchgeführt wird. Das sei bislang nicht möglich gewesen, erklärte Belcijan. Er freut sich, dass damit nun eine bessere Diagnostik möglich ist. Neu ist die Position des Supervisors. Diese Person koordiniert die Einsätze und behält am Notfallort den Überblick.
2025 versorgte die Aicher Ambulanz 7158 Patienten, 2188 Mal rückten Teams mit einer Trage aus. Je ein Drittel der Notfälle entfiel auf alkoholbedingte, chirurgische und internistische Ursachen. Für die Abklärung von Kopfverletzungen gibt es weiter den mobilen Computertomografen (CT).
Die Retter beziehen die Wiesn-Klinik schon am kommenden Freitag. Dann sind sie bis zum Montag, 5. Oktober, um 9 Uhr in Schichten jeden Tag im Einsatz. Rund um die Uhr.RMI