Komplizierte Übergangsphase: Bis zum 1. Januar sollen alle Münchner Haushalte gelbe Tonnen erhalten. © Markus Götzfried/privat
Ab 1. Januar wird in München die Gelbe Tonne für Haushalte eingeführt. In der Übergangszeit droht offenbar Chaos. Denn die bisherigen Container für Verpackungen werden schon früher sukzessive abgebaut.
So wie es aussieht, werden ab Mitte November die Bürger in 13 Stadtteilen von der Altstadt bis zur Stadtgrenze im Osten und Süden mit einer Gelben Tonne vor der Haustür überrascht werden. Der beauftragte Dienstleister für den Münchner Osten, die Firma Kenttenbrech + Gurdulic Service GmbH aus Kirchheim, will die kostenfreien Haushaltstonnen einfach vors Grundstück stellen. Über die Größe entscheide der Entsorger, gaben Vertreter des Abfallwirtschaftsbetriebs München (AWM) jetzt im Bezirksausschuss (BA) Bogenhausen bekannt. Welche Straßenzüge wann bedient werden, ist unklar. Bis 31. Dezember sollen jedenfalls alle versorgt sein. Wie es in den zwölf Stadtteilen im Westen und Norden laufen soll, weiß man beim AWM noch nicht. Das Gespräch mit der dort zuständigen RMG Rohstoffmanagement GmbH aus Eltville am Rhein stehe noch aus. Wer eine andere Tonnengröße – es gibt 120, 240, 770 und 1100 Liter – haben will, müsse sich dann aktiv beim Dienstleister melden. Nicht beim AWM.
Die Gelbe Tonne für Leichtverpackungen gehört zum Dualen System Deutschland (DSD). Genau dies macht die Sache kompliziert. Vor allem in der Umstellungsphase. Denn bis 31. Dezember werden alle Container für Verpackungsmüll an den Wertstoffinseln abgebaut. Weil man aber die Räumung aller Standplätze nicht in der letzten Dezemberwoche schafft, will die zuständige Firma Wittmann ihre Container schon vorher sukzessive abziehen. Es geht auch darum, am Ende nicht auf dem Müll sitzen zu bleiben, für dessen Entsorgung man kein Geld mehr bekommt. Gleichzeitig dürfen die Haushaltstonnen vor dem 1. Januar nicht gefüllt werden, sie sollen bis dahin eventuell sogar versiegelt werden. Das Ganze ausgerechnet in den Weihnachtsferien, wo erfahrungsgemäß viel Verpackungsmüll anfällt. „Der Übergang wird ein Chaos“, prophezeite BA-Umweltreferentin Petra Cockrell (Grüne). Als Alternative „gelbe“ Container an den Wertstoffhöfen aufzustellen, lehnten die AWM-Vertreter ab. „Das ist nicht unser Müll.“
Im Gegensatz zu Rest-, Papier- und Biotonne müssen die Bürger die gelbe Tonne selbst aktiv an den Straßenrand stellen. Ab 18 Uhr des Vortags bis 18 Uhr des Abholtags darf sie dort stehen. Längeres Abstellen der Tonne auf dem Gehweg gilt als Sondernutzung des öffentlichen Raums und kann als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Ob die Stadt das kontrollieren wird, dazu gibt es widersprüchliche Aussagen.
Die Anzahl der Wertstoffinseln wird gleich bleiben. Auf Wunsch könnten mehr Glascontainer aufgestellt werden, so die AWM-Vertreter. Ob es dort ohne Plastikmüll sauberer werde, bezweifelte man in Bogenhausen. Fraglich auch, ob der Glasentsorger Remondis nun allein für die Reinigung der Inseln sorgen muss. Zumal die gelbe Haushaltstonne keine Pflicht ist, aber die Münchner eigentlich verpflichtet sind zu trennen. Kontrollen der Restmülltonnen soll es aber vorerst nicht geben.CARMEN ICK-DIETL