Donna Maria Superstar!

von Redaktion

Tausende wollen den Riesen-Tunnel-Bohrer der Bahn sehen

Namensgeberin Alexandra Weikert mit Begleiter in der Druckkammer.

Der Andrang bei der Tunnelbohrmaschine war riesig. © Oliver Bodmer (2)

Schon eine Stunde vor Einlass stehen die Ersten am Tor, um 10 Uhr dann reicht die Warteschlange bis zur S-Bahn-Haltestelle Donnersbergerbrücke. Anlässlich des Tags der offenen Baustelle am Wochenende strömten Tausende zum westlichen Tunnelportal der 2. Stammstrecke. Alle wollten die erste Tunnelbohrmaschine sehen, bevor sie sich ab kommendem Donnerstag in den Münchner Untergrund frisst. Donna Maria – so heißt der Riesenbohrer – ist schon jetzt ein Superstar!

178 Meter lang und rund 700 Tonnen schwer ist die Maschine. Zwei Frauen, die den Namen vorgeschlagen und damit bei einem Wettbewerb gewonnen hatten, kamen am Sonntag besonders nah ran. Sie bekamen eine exklusive Führung, unsere Zeitung war mit dabei. „Ich habe geschaut, von wo bis wo die Tunnelbohrmaschine arbeitet: von der Donnersbergerbrücke bis zum Marienplatz. Und da München sich als nördlichste Stadt Italiens versteht, kam schließlich Donna Maria heraus“, erklärt Alexandra Weikert (59) aus Taufkirchen. Auch Sabine Narloch (54) hatte auf diesen Namen gesetzt – und ist nun begeistert, den Koloss auch zu sehen. Sie staunt: „Echt sehr beeindruckend. Die ist wirklich gigantisch groß und lang. Wahnsinn, was da für eine Technik dahintersteckt!“

Die technische Herausforderung ist riesig. Und das, obwohl es sich beim aktuellen Tunnel noch um den kleineren Erkundungs- und Rettungsstollen mit etwa fünf Metern Durchmesser – und nicht um die eigentlichen S-Bahn-Röhren – handelt. „Der Tunnel führt mitten durch die Innenstadt, unter Brücken, U-Bahnlinien und sensiblen Bauwerken hindurch“, sagt Albert Wimmer, Teamleiter Tunnel West. „Der Untergrund darf sich durch die Arbeiten so wenig wie möglich senken. Deshalb arbeiten wir mit Überdruck in den Abbaukammern. Der Druck muss, je nachdem, was sich gerade darüber befindet, sehr fein gesteuert werden.“ Da der Überdruck für die Arbeiter körperliche Folgen haben kann (Stichwort Taucherkrankheit), steht für den Notfall eine Druckluftkammer zur Behandlung bereit.

Die Zähne des Riesenbohrers haben bereits 65 Zentimeter des Untergrunds angekratzt, auch zwei der Betonringe für den Tunnel sind fertig gebaut. Am Donnerstag geht es dann richtig los. „Ich freue mich schon auf den Vortrieb“, sagt Charlotte Holzhäuser (28). Die Schichtingenieurin ist wie ein Bauleiter auf der Maschine dafür verantwortlich, dass alles reibungslos läuft. Während sich der rotierende Bohrkopf durch den weichen Boden aus Ton, Kies und Sand gräbt, werden hintendran gleich die sogenannten Tübbinge, fertige Betonelemente, verbaut, erklärt sie. „Ein Ringbauer baut aus sechs Elementen mit je zweieinhalb Tonnen Gewicht einen Ring zusammen. Das dauert ungefähr eine halbe Stunde.“ Und so wächst die Betonröhre immer weiter bis zum Marienhof. Jeden Tag ein paar Meter, insgesamt über drei Kilometer. Dort trifft sie schließlich auf das von Osten kommende Gegenstück.

Die Tunnelbohrmaschine, sie fasziniert Jung und Alt. Beim Tag der offenen Tür kamen die Experten kaum hinterher, alle Fragen zu beantworten. Schon am Sonntagnachmittag zählte die Deutsche Bahn 11.000 Besucher an der Donna Maria.NINA BAUTZ

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